Fillon maillet zieht bis 30 durch: „ich will zu hause geschichte schreiben“

Quentin Fillon Maillet schließt seinen Anzug nicht. Er zieht ihn weiter. Mit 37 will der Franzose in den Heimspielen der Alpen 2030 starten – und dabei seine eigene Legende überbieten.

Warum er nach fünf golds keine pause nimmt

Die Rechnung ist simpel: Peking plus acht Jahre ergibt Chambéry. „Ich stand mit 29 in China und fragte mich, ob die Beine 2026 noch laufen“, sagt er AFP. „Jetzt bin ich 33 und war in Cortina einer der Schnellsten. Warum also nicht 37?“

Die Antwort lieferte er selbst: 14 Olympische Medaillen, fünf davon Gold, dazu der Gesamtweltcup 2022. Für gewöhnlich wäre das der Vorhang. Bei ihm ist es nur Akt eins.

Die Alpen-Spiele sind kein Nebenschauplatz. „Antholz war schön, aber 2030 ist das Projekt“, betont er. Wer ihn kennt, weiß: Projekt bedeutet Vollprogramm – nicht zwei Wochen Hoffnung, sondern vier Jahre Plan.

Vater werden statt aufhören

Vater werden statt aufhören

Die Gerüchte um einen Rückzug wurden laut, seit klar ist: Ende Juli kommt sein erstes Kind. Statt Karriereende folgt Familien-Comeback. „Ich muss mich nicht entscheiden zwischen Lydie und Ski. Das war gestern“, sagt er und nennt die Referenzen: Braisaz-Bouchet, Thingnes Bö, Fourcade – alles Eltern, alles Champions.

Die Logistik wird kniffelig, das weiß er. Schlaflose Nächte, Flugzeuge, Stillzeiten statt Clubmate. „Aber Elternschaft ist kein Defizit, sie ist Boost. Wer Kinder motivieren will, muss vorlaufen.“

Die Verbände reiben sich die Hände. Ein französischer Held vor heimischem Publikum zieht Karten, Sponsoren, Quote. Die FIS will Winterspiele in Küche und Wohnzimmer – Fillon Maillet liefert das Original.

Was 2030 bedeutet – für ihn und uns

Was 2030 bedeutet – für ihn und uns

Wenn er durchs Ziel kommt, wäre er der erste Biathlete mit Gold in drei Jahrzehnten. Die Zahl lautet: 12 Jahre zwischen erstem und letztem Triumph. Rekordbuch offen, Stift halten.

Für das Team bedeutet das: Planungssicherheit bis 2030, Nachwuchs mit Ikone vor der Brust. Für die Fans: ein letzter Tanz auf heimischem Eis, live und in Farbe.

Fillon Maillet selbst blickt nach vorn. „Olympiasieger werden ist selten. Eltern werden ist normal. Beides gleichzeitig – das ist Kunst.“ Er lacht, zieht die Mütze tiefer. Der Schnee liegt schon.