Lancia thema: als ferrari-supercar getarnt!

Ein italienischer Coup aus den 80ern: Die Lancia Thema, einst ein Symbol für gehobene Mittelklasse, wurde 1986 im italienischen Turin mit einem unerwarteten Herzstück aufgewertet – einem V8-Motor aus Maranello. Ein Blick zurück auf eine Ikone, die Leistung und Eleganz auf einzigartige Weise vereinte.

Die geburt eines unerwarteten kraftpakets

Es war der 23. April 1986, als die Lancia auf dem Automobil-Salon in Turin eine Sensation präsentierte. Die Thema, bereits seit 1984 als elegante Limousine bekannt, trug plötzlich eine kaum zu übersehende Plakette: „8.32“. Diese Zahlen verrieten nicht nur die acht Zylinder und 32 Ventile des Motors, sondern auch seinen Ursprung: Ferrari. Der Motor, der in den Modellen 328 GTB und GTS sowie Mondial 3.2 und Cabriolet zum Einsatz kam, fand so seinen Weg unter die Haube einer Lancia.

Doch diese Liaison war kein Zufall. Im späten 20. Jahrhundert entstand das Konzept des „Progetto Tipo 4“, ein ambitioniertes Vorhaben, bei dem vier unterschiedliche Hersteller – Lancia, Saab, Fiat und Alfa Romeo – Komponenten und Entwicklungskosten teilen sollten. Die Saab 9000 und die Thema waren die ersten Früchte dieser Zusammenarbeit, gefolgt von der Fiat Croma und schließlich der Alfa Romeo 164. Jedes Modell verkörperte eine eigene Persönlichkeit: Saab stand für Technologie, Lancia für Eleganz und Tradition, Fiat für praktische Solidität und Alfa Romeo für Fahrspaß.

Die Thema erfreute sich schnell großer Beliebtheit, dank des eleganten Designs von Giorgetto Giugiaro und wurde schnell zur „Auto der Manager“ schlechthin. Politiker, Führungskräfte und wohlhabende Bürger wählten die Lancia als ihr bevorzugtes Transportmittel. Sie bot Komfort, hochwertige Ausstattung – inklusive Alcantara-Polsterung, elektrischen Fensterhebern und Klimaautomatik – und eine beeindruckende Sicherheit, dank des serienmäßigen ABS-Systems.

Die 2.0-Liter-Variante mit 120 PS war bereits flott, doch der Turbo i.e. mit 165 PS katapultierte die Thema in eine neue Leistungsklasse. In einer Zeit, in der Tempolimits eher Richtlinien als feste Werte waren, erreichte die Thema mühelos 220 km/h und beschleunigte in unter acht Sekunden auf 100 km/h. Ein 2.8-Liter-V6-Motor, entwickelt in Zusammenarbeit mit Peugeot, Renault und Volvo, rundete das Angebot ab.

Mehr als nur ein motor – ein lebensgefühl

Mehr als nur ein motor – ein lebensgefühl

In den goldenen 80er-Jahren, als der Wohlstand spürbar zunahm, forderte die Käuferschicht mehr. Sie wollten nicht nur eine gute, sondern eine außergewöhnliche Limousine. Lancia erfüllte diesen Wunsch mit der Thema, die das Herz eines Ferrari-Sportwagens besaß. Eine Kombination, die bis heute beeindruckt und ein Zeugnis italienischer Ingenieurskunst und Design ist.

Die Lancia Thema mit Ferrari-Motor war mehr als nur eine schnelle Limousine. Sie verkörperte ein Lebensgefühl, eine Mischung aus Eleganz, Prestige und sportlicher Leistung. Ein Auto, das die Grenzen zwischen Luxus und Sportlichkeit verschwimmen ließ und einen bleibenden Eindruck in der Automobilgeschichte hinterließ.