Gernot trauner: von der wm-hoffnung zum comeback-wunder
Elf Monate der Hölle, Zweifel, Rückschläge – und dann dieser Moment: Gernot Trauner ist zurück. Der Innenverteidiger von Feyenoord Rotterdam feierte am 12. April sein überraschend frühes Comeback, und nun spricht er über die Tortur, die er hinter sich gelassen hat. Ein Comeback, das mehr ist als nur eine sportliche Leistung - es ist ein Triumph des Willens.
Die wm-qualifikation als wendepunkt
Alles begann im Juni des vergangenen Jahres, während des WM-Qualifikationslehrgangs. Für Gernot Trauner, der von Teamchef Ralf Rangnick hochgeschätzt wird, sollte es die Chance sein, im Nationalteam zu überzeugen. Nach einer gesessenen Sperre verpasste er das Auftaktspiel gegen Rumänien, für den Einsatz gegen San Marino war er vorgesehen. Doch dann schlug das Schicksal zu: Achillessehnenprobleme bremsten ihn aus, und seine WM-Träume schienen im Sande zu verlaufen.
Es folgte eine Odyssee aus Operationen und Therapien, die den 34-jährigen Verteidiger an seine Grenzen brachte. „Ehrlich gesagt, ich hatte oft solche Gedanken“, gestand Trauner in einem Interview mit den Klubmedien. „Ich wusste nicht, wie ich jemals wieder spielen sollte. Vielleicht wäre es besser, einfach aufzuhören.“ Doch dieser Gedanke verlor sich in der unbändigen Entschlossenheit, zurückzukämpfen.

Die motivation durch vertrag und wm
Ein kleiner Funke Hoffnung glühte weiter. „Es konnte nicht sein, dass mein letztes Spiel der Vorsaison auch mein letztes war“, so Trauner. Die Aussicht auf die Weltmeisterschaft und sein auslaufender Vertrag gaben ihm zusätzliche Motivation. „Mit der WM vor mir und meinem auslaufenden Vertrag habe ich die beste Motivation, jeden Tag hart zu arbeiten“, erklärte er im Jänner.
Der Weg zurück war steinig, aber Trauner gab nicht auf. Er stieg im März wieder in den Trainingsbetrieb ein, unterstützt von einem starken Team und der bedingungslosen Loyalität seiner Familie und Freunde. „Sie waren immer sehr geduldig und haben immer an mich geglaubt“, bedankte sich der Verteidiger.
Trainer Robin van Persie scheint ebenfalls von Trauners Leistungen beeindruckt zu sein. „Es ist ziemlich besonders, dass jemand, der so lange ausgefallen ist, sofort wieder dieses Niveau abrufen kann. Das schaffen nicht viele Spieler“, so der Coach, was Gerüchte über eine Vertragsverlängerung befeuern könnte.
Obwohl sein Vertrag am Saisonende ausläuft und formell gekündigt wurde, ist ein Verbleib in Rotterdam keineswegs ausgeschlossen. Die Entscheidung liegt nun bei Feyenoord, die die Leistungen des zurückgekehrten Verteidigers gewürdigt haben.
Gernot Trauner hat 133 Spiele für Feyenoord bestritten und dabei Titel gefeiert. Seine Geschichte ist ein Beweis dafür, dass selbst nach den dunkelsten Stunden der Glaube an sich selbst und die Unterstützung durch das Umfeld zu einem bemerkenswerten Comeback führen können. Ein Comeback, das nicht nur für Feyenoord, sondern für den gesamten Fußball eine Inspiration ist.
