Aston martin: ein debakel in der formel 1?

Die Luft in Silverstone ist dünn. Aston Martin, einst als Herausforderer gehandelt, dümpelt in der Formel-1-Saison 2024 in alarmierender Entfernung zum Rennen um die Weltmeisterschaft. Die Rückkehr von Fernando Alonso hat Glamour versprochen, doch stattdessen liefert das Team eine Leistung ab, die an die dunkelsten Kapitel der McLaren-Honda-Ära erinnert – und das ist kein Kompliment.

Die zahlen lügen nicht: ein vergleich zur mclaren-honda-zeit

Die Daten sind unerbittlich. Aston Martin liegt in praktisch jeder Kategorie hinterher. Die durchschnittliche Differenz pro Runde zum führenden Feld beträgt satte 4,05 Sekunden, während McLaren in keinem Rennen mehr als drei Sekunden Rückstand aufwies. Während die McLaren-Boliden von 2015 bis 2017 zumindest noch im Mittelfeld (Positionen 12 bis 16) um Punkte kämpfen konnten, dümpelt das AMR26-Auto regelmäßig auf den Positionen 18 und 19. Ein vernichtendes Urteil.

Auch die Zuverlässigkeit lässt zu wünschen übrig. Nur Alonso schaffte es in Japan, das Ziel zu sehen – und das bei stark reduzierter Leistung. Insgesamt haben die Aston Martin-Autos lediglich 62,67 % der Rennen absolviert, während McLaren in seiner schlechtesten Saison (2016) noch fast 73 % der Distanz zurücklegte. Die Fakten sprechen eine deutliche Sprache: Der AMR26 hat die Nase nicht für die Formel 1.

Alonsos optimismus und die schwierige wahrheit

Alonsos optimismus und die schwierige wahrheit

Fernando Alonso, der Mann mit dem goldenen Händchen, versucht, den Optimismus zu bewahren. „Die Saison ist lang, und wenn wir die Probleme identifizieren und lösen, können wir in der zweiten Jahreshälfte oder im letzten Drittel eine viel bessere Position einnehmen. Daran arbeiten wir“, so der Spanier. Aber auch er kann die Realität nicht leugnen. Das Chassis, einst von Adrian Newey gezeichnet und für die Qualifikation gedacht, entpuppt sich als Schwachpunkt. Insbesondere in schnellen Kurven zeigt sich die mangelnde Agilität des Autos.

Mike Krack, der Ingenieurchef, räumt ein: „Wir müssen ehrlich sein, da ist unsere Schuld. Wir sind nicht gut in schnellen Kurven, wir sind nicht am Limit des Gewichts. Wenn wir das lösen, sind wir einen Schritt näher.“ Doch die Probleme reichen tiefer. Der Honda-Motor leidet unter Zuverlässigkeitsproblemen, und der Motorbereich (ADUO) muss dringend verbessert werden.

Es ist ein komplexes Puzzle, das Aston Martin zu lösen hat. Die Erwartungen waren hoch, die Investitionen beträchtlich – über 400 Millionen Euro pro Saison. Doch bislang hat sich der Traum von der Weltspitze in eine bittere Realität verwandelt. Die Frage ist nicht, ob Aston Martin scheitern wird, sondern wie es weitergehen soll. Eine schnelle und entscheidende Reaktion ist gefragt, wenn das Team nicht in einem Abgrund enden will.

Die McLaren-Erfahrung von 2023 zeigt jedoch, dass ein Aufstieg vom letzten Platz an die Spitze nicht ausgeschlossen ist. Ob Aston Martin diesen Weg gehen kann, bleibt abzuwarten. Aber eines ist klar: Die Zeit drängt, und die Konkurrenz schläft nicht.