Aston martin: ein formel-1-projekt am scheideweg?
Die Formel 1 kennt keine Sentimentalität. Und Aston Martin erlebt gerade eine brutale Lektion. Nach einem vielversprechenden Start in die Saison, der Erinnerungen an glorreiche Zeiten weckte, steht das Team nun vor einer existenziellen Frage: Kann es sich aus dem Tal der Tränen befreien oder wird der Name Aston Martin zu einem weiteren warnenden Beispiel in der Geschichte gescheiterter Formel-1-Projekte gehören?
Die schatten der vergangenheit: mclaren-honda als mahnendes beispiel
Die Geschichte der Formel 1 ist gespickt mit kostspieligen Fehlentscheidungen und ambitionierten Projekten, die im Sande verliefen. Toyota investierte Hunderte Millionen, ohne jemals einen Grand Prix zu gewinnen. BMW verspielte unter Sauber eine vielversprechende Ausgangsposition. McLaren und Honda, eine Partnerschaft, die in einem Fiasko endete, ist ein besonders schmerzliches Beispiel. Fernando Alonso, der einst mit dem Werksteam triumphierte, kämpfte dort mit dem frustrierenden Unvermögen eines fehlerhaften Antriebs.
Und nun erlebt Aston Martin eine ähnliche Tragödie. Der Beginn der Saison war erschreckend, die Daten sprechen eine deutliche Sprache. Im Vergleich zu McLaren-Honda, deren Projekt zwar auch scheiterte, aber zumindest in den ersten Rennen bessere Ergebnisse erzielte, liegt Aston Martin weit zurück. Die Leistungsdifferenz in der Qualifikation beträgt durchschnittlich 4,05 Sekunden, während McLaren-Honda nie über eine Differenz von drei Sekunden hinausging. Die Startpositionen sind desaströs: Aston Martin kämpft lediglich um die Plätze 18 und 19, während McLaren-Honda in den frühen Jahren zumindest die Top 16 erreichte.
Die Rennen selbst sind ein Desaster. Nur Alonso konnte in Suzuka, und das bei stark reduzierter Leistung, die Zielflagge sehen. Aston Martin hat lediglich 62,67 % der Rennstrecken zurückgelegt, während McLaren-Honda in seiner schlechtesten Saison 2016 noch fast 73 % der Distanz bewältigte. Die Unzuverlässigkeit der Aston Martin-Maschine ist alarmierend.
Fernando Alonso, der mit seiner Erfahrung und seinem Talent immer ein Hoffnungsschimmer ist, zeigt sich zwar optimistisch, aber auch realistisch. “Die Saison ist lang, und wenn wir die Probleme identifizieren und lösen, können wir uns verbessern”, sagte er, doch die Fakten sind hart. Die Konkurrenz schläft nicht, und die Zeit drängt.

Der honda-motor: der fluch der unzuverlässigkeit
Die Probleme liegen nicht nur am Chassis, sondern vor allem am Honda-Motor. Einem Antrieb, der offensichtlich nicht den Anforderungen der Formel 1 gewachsen ist. Honda arbeitet fieberhaft an Lösungen, doch die Verbesserung der Zuverlässigkeit und der Leistungsfähigkeit wird Monate dauern. Die Erwartungen sind gedämpft, die Schätzungen sind wenig rosig. Es ist unwahrscheinlich, dass Aston Martin mit diesem Motor jemals eine ernstzunehmende Konkurrenz darstellen wird.
Mike Krack, der Teamchef, räumt ein: “Wir müssen ehrlich sein, es liegt ein Teil der Schuld bei uns. Wir sind nicht gut in schnellen Kurven, wir liegen nicht im richtigen Gewichtsbereich.” Diese Worte sind ein Eingeständnis der eigenen Schwächen und ein Versprechen, dass noch viel Arbeit vor ihnen liegt.
Die Frage ist nun, ob Aston Martin die Kurve kriegen kann. Ob die ambitionierten Pläne eines Rennstalls der Superlative in Erfüllung gehen oder ob das Projekt am Ende in einem Fiasko endet. Die Antwort liegt in der Fähigkeit, schnell zu lernen, sich anzupassen und die Fehler der Vergangenheit zu vermeiden.
