Assinger wirft hin: ösv-damen-cheftrainer lehnt verlängerung ab

Roland Assinger ist weg – und doch nicht ganz. Der ÖSV-Damen-Cheftrainer lehnt das Angebot für einen neuen Zweijahresvertrag kategorisch ab, wie „Ski Austria“ am Sonntag mitteilte. Die Bombe platzte kurz nach dem Weltcup-Finale in Are, wo Julia Scheib die Riesenslalom-Kugel holte und das Damen-Team erstmals seit 2012 den Nationencup gewann. Nach drei Jahren voller Medaillen, interner Rückschläge und heftigen Tonfall-Debatten zieht der 52-Jährigte nun die Notbremse.

„Ich habe nach langen Überlegungen beschlossen, meine Funktion als Cheftrainer mit Saisonende zurückzulegen“, sagte Assinger in der Verbandserklärung. Das klingt nach einem sauberen Schnitt, doch die Realität ist komplizierter. Denn Assinger will – nur eben auf anderer Position – bleiben. „Erste Gespräche über eine mögliche künftige Rolle innerhalb des Verbandes haben bereits stattgefunden“, bestätigte er. Sportlicher Leiter Christian Mitter bestätigte „in den nächsten Tagen“ weitere Verhandlungen. Die Botschaft: Abtritt nur mit Parkplatz.

Erfolge und ermüdung: assingers bilanz

Erfolge und ermüdung: assingers bilanz

Die Zahlen sprechen für ihn. Unter seiner Leitung gewann Cornelia Hütter 2023/24 die Abfahrts-Weltcupkugel, Stephanie Venier holte 2025 Super-G-Gold, und die Team-Kombination der Frauen sicherte sich 2026 olympisches Edelmetall. Dennoch blieb der Nachgeschmack. Im Frühjahr 2025 hatten mehrere Läuferinnen intern Kritik an seinem harten Kommunikationsstil geäußert. Nach Krisensitzungen blieb Assinger im Amt, die erhoffte Trendwende blieb aus. Jetzt folgt die konsequente Konsequenz.

Der ÖSV steht vor einem Umbruch. Einen Nachfolger für Assinger gibt es noch nicht, auch Marko Pfeifer, der sich als Cheftrainer der Herren bis 2028 verlängert hat, wird die Lücke nicht schließen können. Die Verantwortlichen müssen schnell handeln: Die nächste Saison rückt näher, die Konkurrenz aus Italien, Schweiz und USA schläft nicht. Für Assinger hingegen beginnt ein neues Kapitel – oder ein altes in neuen Schuhen. Seine Laufbahn im Verband ist damit noch nicht beendet, nur die Position auf der Startliste hat sich verändert.

Die Entscheidung wirft Fragen auf: Wer übernimmt das Frauen-Team? Welche Kompetenzen behält Assinger? Und wie reagieren die Athletinnen auf die Personalrochade? Die Antworten fallen in den kommenden Wochen – und sie werden mitentscheiden darüber, ob Österreichs Skidamen auch 2027 wieder ganz oben stehen. Ein Satz bleibt jedenfalls stehen: Abgang ja, aber kein Abschied.