Gisdol schwärmt: vfb stuttgart gehört langfristig in die bundesliga-top-fünf
Markus Gisdol sitzt vor dem Fernseher und schaut trotzdem mit Trainersicht. Der Mann, der einst Hoffenheim, Hamburg und Kayserisor vor dem Abstieg rettete, schwärmt vom VfB Stuttgart – und meint: Deniz Undav ist ein einzigartiges Phänomen.
„Ich bin undav-fan, ganz ehrlich“
Die Aussage kommt nicht von irgendwo. Gisdol kennt die Schwaben, war dort U17-Coach, kennt die Ausbildung, die DNA des Klubs. „Wir haben in Deutschland keinen vergleichbaren Spieler wie ihn“, sagt er über den Angreifer, der gegen Leipzig wieder die Muskeln spielen ließ und mit 22 Treffern zurzeit dritter der Torjägerliste steht. „Den kann man in jeder Mannschaft gebrauchen.“
Doch Gisdol sieht mehr als nur einen Torjäger. Er sieht ein System, das funktioniert. „Sebastian Hoeneß und sein Staff spielen außergewöhnlichen Fußball“, sagt er. „Aber ich ziehe auch den Hut vor Alex Wehrle und der Scout-Crew. Die finden Jahr für Jahr neue Spieler, die keiner auf dem Zettel hat – und verkaufen teuer, ohne nachhaltig Lücken zu hinterlassen.“

Von der rettung zur champions league
Die Bilanz ist beeindruckend: In den letzten drei Jahren gaben die Stuttgarter Spieler für insgesamt 185 Millionen Euro ab – und stehen trotzdem auf Rang vier, nur zwei Punkte hinter Leipzig. „Das ist kein Zufall, das ist klubeigene Philosophie“, sagt Gisdol. „Ich hoffe, dass der VfB jetzt viele Jahre stabil unter den ersten fünf bleibt.“
Dabei schreckt er nicht vor einem Blick zurück: „Als ich 2013 nach Hoffenheim kam, standen die vor dem Fall. Heute stehen sie auf Platz drei. Auch Stuttgart war mal am Abgrund – und schaut jetzt nach oben.“
Sein Fazit fällt knapp aus: „Der VfB ist kein Blitz auf heißer Sommerwolke. Der Klub hat sich neu erfunden. Und wer so arbeitet, bleibt oben.“
