Preußen münster feuert ende nach 0:6-demontage – schulze-marmeling soll das saisonziel retten

26 Punkte aus 26 Spielen, Platz 16, ein 0:6 in Dresden – für Preußen Münster reicht’s. Am Montag schob Sport-Geschäftsführer Ole Kittner Alexander Ende und Co-Trainer Zlatko Muhovic vor die Tür. Die Entscheidung fiel eine Stunde, nachdem sich die Mannschaft intern auf die neue Leitung geeinigt hatte.

Kieran Schulze-Marmeling, bisher U23-Coach, übernimmt am Sonntag (13.30 Uhr) gegen Magdeburg das Ruder – ohne Netz und doppelten Boden. Der 31-Jährige kennt die Kabine, schrieb letzte Saison mit der U23 die beste Defensivbilanz der Regionalliga West. Jetzt soll er dieselbe Stabilität in die Lizenzmannschaft injizieren.

Warum ende scheiterte – und warum kittner trotzdem keine panik schiebt

Warum ende scheiterte – und warum kittner trotzdem keine panik schiebt

Ende kam im Sommer mit dem Auftrag, „eine klare und langfristig angelegte Spielidee“ zu etablieren. Was folgte, war ein halbes Jahr Orientierungslosigkeit: 13 Gegentore in den letzten vier Auswärtsspielen, dazu eine Chancenverwertung, die sich seit November bei 8,3 Prozent verhakt. Kittner: „Wir haben die Attribute, die seine Philosophie braucht, schlicht nicht mehr auf dem Platz gesehen.“ Die Konsequenz: Abtritt statt Weiter-so.

Doch der Klub zittert nicht. Der Rückstand auf den Relegationsplatz 15 beträgt zwei Punkte, das Restprogramm verspricht mit Fürth, Kiel und Hannover drei der letzten fünf Heimspiele. Intern rechnet man sich acht Punkte zum Klassenerhalt aus. Schulze-Marmeling soll sie liefern – mit einem 4-2-3-1, das auf frühem Gegenpressing und schnellen Außenverteidigern basiert. Die erste Maßnahme: Training am Dienstag ohne Spielfeld, stattdessen Videoanalyse bis 23 Uhr.

Die Zahlen sprechen gegen Münster, aber sie schreien nicht. Die Expected Goals-Bilanz der letzten fünf Partien lag bei plus 3,4 – die Tore blieben aus. Ein Treffer in der 85. Minute in Kaiserslautern, ein Pfosten in Hamburg, zwei Aluminiumtreffer in Dresden. Pech oder mangelnde Killer-Instinkt? Schulze-Marmelings Antwort fällt knapp aus: „Wir trainieren morgen Chancen, nicht Frust.“

Ende verlässt Münster nach 259 Tagen mit der Bilanz: 26 Spiele, sieben Siege, 29:58 Tore. Die Fans werden ihn nicht vermissen, die Mannschaft schon – zumindest die, die unter seiner Führung Stammspieler waren. Drei Leistungsträger bestellten sich nach der Niederlage in Dresden beim Geschäftsführer ein Gespräch und signalisierten: Weiter so geht nicht. Kittner ließ sie reden, dann unterschrieb er die Kündigung.

Schulze-Marmeling bekommt keine Garantie über Mai hinaus. Vertraglich ist er bis Juni 2027 als U23-Coach gebunden, die Lizenzmannschaft führt er „auf Sicht“. Das heißt: Fünf Spiele, maximal sieben Punkte Rückstand, sonst sucht der Vorstand im Sommer wieder neu. Die Devise lautet: Erst Klassenerhalt, dann Philosophie. Die Zeit läuft – und der Trainertausch ist bereits der siebte in dieser Zweitliga-Saison. Keine Liga feuert so gern wie die 2. Bundesliga.

Am Sonntag wird die Halle 50 000 Mal „Stadtwerke“ schreien, wenn Magdeburg den Ball ins Aus schlägt. Dann zeigt sich, ob Schulze-Marmeling die Wende schafft – oder ob Münster doch noch in den Strudel rutscht. Die Saison ist jung, die Tabelle eng, die Nerven blank. Für Preußen Münster beginnt jetzt die Zitterpartie. Ende ist Vergangenheit, die Zukunft heißt Schulze-Marmeling – und die Gegenwart ist ein einziges Endspiel nach dem anderen.