140 Punkte bis zur krönung: aicher jagt shiffrin mit bestzeit-jagd
Emma Aicher schießt sich auf Shiffrin. 0,94 Sekunden fehlten der Deutschen im Slalom von Are – ein Befreiungsschlag, kein Trostpflaster. Mit 140 Punkten Rückstand startet sie in die letzten vier Rennen, doch die 23-Jährige spürt: Die Krone rückt in Reichweite.
Slalom ohne patzer – shiffrins achter sieg im neunten rennen
Mikaela Shiffrin fuhr ihren 109. Weltcup-Sieg ein, den 72. im Slalom. Die US-Amerikanerin bügelte den Riesenslalom-Patzer vom Vortag aus, blieb technisch sauber und psychologisch kalt. Die Slalom-Wertung hatte sie sich ohnehin schon gesichert – ein Monolog auf höchstem Niveau.
Doch Aicher stört den Monolog. Platz zwei in Are ist ihre beste Slalom-Platzierung überhaupt. Dreimal war sie zuvor Dritte, jetzt rückt sie einen Schritt näher an die Throne. Die Zahlen? Zweimal Olympia-Zweite, zweimal Vizeweltmeisterin, aber nie ganz oben. Are könnte der Wendepunkt sein.

120 Punkte holte aicher in 24 stunden – und das rennen läuft noch
Erst Riesenslalom, dann Slalom: Innerhalb eines Wochenendes schrumpfte der Abstand von 260 auf 140 Zähler. Shiffrin patzte im ersten Durchgang des Riesenslaloms, wurde nur Sechste. Aicher landete Vier – ihre bisher beste Platz in dieser Disziplin. Die Trendwende ist kein Zufall, sondern Resultat harter Sommerarbeit auf dem Gletscher in Sölden und Videoanalysen bis spät in die Nacht.
Lena Dürr, Teamkollegin und Konkurrentin zugleich, kam in Are auf Rang 15. Für sie ist die Saison gelaufen, für Aicher beginnt sie gerade. Die nächsten vier Rennen finden in Levi, Flachau und Saalbach statt – alles Pisten, auf denen Shiffrin dominierte, doch Aicher kennt jede Kurve auswendig. Die Frage ist nicht mehr, ob sie angreifen kann, sondern wann sie zuschlägt.
Der Weltcup bleibt offen. Shiffrin muss erstmals seit Jahren nach hinten schauen – und dort kommt Emma Aicher mit Tempo 120 Punkten näher. Die Jagd beginnt jetzt.
