13-4-Sensation: jaguars drehen vom debakel zum division-titel

Vom 4-13-Desaster zur 13-4-Deluxe-Saison – nur ein Jahr nach dem Tiefpunkt tanzen die Jacksonville Jaguars auf der NFL-Bühne. Liam Coen hat das Team in Rekordzeit von Außenseiter zu Meister der AFC South gemacht, Trevor Lawrence liefert die beste Saison seiner Karriere ab und ein 68-Yard-Field-Goal schreibt Geschichte. Die Rechnung: Jacksonville ist zurück im Geschäft.

Die wende kam nach woche 6

Die ersten fünf Spiele? Holprig. Dann klickte es. Lawrence fand seinen Rhythmus, die Offensive Line stabilisierte sich und die Defense ließ nur noch 19,8 Punkte pro Spiel zu – Top-10-Niveau. Mit acht Siegen am Stück sauste Jacksonville in die Playoffs, 474 Punkte bedeuten Franchise-Rekord. Die Mischung aus schnellen Screen-Pässen und Play-Action-Bomben ließ Gegner-Coordinators verzweifeln.

Individuell glänzte vor allem Lawrence: 4.007 Passing Yards, 29 Touchdown-Pässe, neun weitere als Läufer – Zahlen, die ihn ins MVP-Rennen katapultierten. Am Ende reichte es „nur“ für eine Nominierung, weil Matthew Stafford mit den Rams die NFC dominierte. Dennoch: Der 25-Jährige spielte sich endgültig aus dem Schatten des Draft-Hypes.

Cam little tritt sich in den rekordbüchern fest

Cam little tritt sich in den rekordbüchern fest

Die Spektakel-Kulisse des EverBank Stadium wurde zur Bühne für Cam Little. Sein 68-Yard-Field-Goal gegen die Cardinals flog länger als die meisten Autobahn-Überholmanöver und stellte den NFL-Alleing-Rekord ein. Spezial-Teams-Coach Heath Farwell hatte den Kicker seit der Preseason auf Long-Range-Varianten getrimmt – die Arbeitsmoral zahlte sich aus.

Doch der Kick war mehr als nur Show. Er sicherte den 27:24-Overtime-Sieg, hielt die Siegesserie am Leben und katapultierte Jacksonville erstmals seit 2017 wieder auf den Thron der AFC South. Die Stadionmauer bebte, die Fans sangen „Duuuval“ bis in die Nacht hinein.

Buffalo beendet den traum, aber nicht den trend

Buffalo beendet den traum, aber nicht den trend

Im Wild-Card-Duell lieferten sich die Jaguars mit den Bills einen Schlagabtausch auf Augenhöhe. Josh Allen warf zwei tiefere Bombs, die Defense um Tyson Campbell hielt aber dagegen. Am Ende entschied ein Field Goal von Tyler Bass mit 26:23. Das bittere Aus – doch die Stimmung bleibt positiv.

Denn die Struktur stimmt. Coen bringt modernes West-Coast-Offense-Prinzip mit Motion-Overload, General Manager Trent Baalke tankte in den letzten Drafts Talent. Die Salary Cap sieht für 2026 sogar freundlich aus, da Lawrence erst im zweiten Jahr seines erweiterten Vertrags steht.

Die größten Baustellen: Die Offensive Line erlaubte 38 Sacks, das Laufspiel fiel mit nur 4,1 Yards pro Carry zu oft aus. Gegen Buffalo merkte man, wie sehr Jacksonville auf Lawrences Arm angewiesen war. Ein starker Running Back oder ein Guard im ersten Draft-Runde 2026 wäre keine Überraschung.

Fazit: Die 2025er-Saison war kein Zufall, sondern ein Startschuss. Jacksonville besitzt den jüngsten Kader der Liga, eine Top-10-Defense und einen Franchise-Quarterback mit noch ungenutzter Steigerungsfähigkeit. Die Jaguars sind nicht mehr der Joke der NFL – sie sind der Geheimtipp für 2026. Und diesmal wollen sie nicht nur auftreten, sondern aufräumen.