Füchse entführen in aalborg den gruppensieg – gidsel zwingt dänemark in die knie
5550 Zuschauer in der gigantischen Gigantium-Arena, ein ungeschlagenes Heimteam, das sich den Gruppensieg schon sicher wähnte – und dann kommen die Füchse. 60 Minuten später steht ein 35:31 auf der Anzeige, Aalborg Handbold hat die erste Heimpleite der Saison kassiert, Berlin hat sich den ersten Platz gesichert. Die Königsblauen haben die Champions-League-Gruppenphase gekapert, nicht nur erreicht.
Mathias gidsel spielt sich in heimat ein – und gegen sie
Der Europameister war es leid, in Kopenhagen und Herning als „der mit den Berlin-Freunden“ bezeichnet zu werden. Mit 8 Treffern und 8 Assists schickte er seinen dänischen Kollegen die Quittung. „Wenn ich hier verliere, hört das niemals auf“, sagte er nach Abpfiff. „Jetzt ist Ruhe.“
Die Partie selbst war ein Handball-Krimi auf Augenhöhe. Aalborgs Rückraum-Trio Hoxer, Munk und Arnoldsen feuerte aus allen Lagen, zwangen Dejan Milosavljev zu sieben Paraden allein in der ersten Hälfte. Doch jeden Tempogegenstoß der Dänen folgte ein Ballverlust, jeden Wirbel ein technischer Fehler. Die Füchse blieben dran, weil sie cleverer wählten und weil Lasse Andersson die Kreis-Automatik am Laufen hielt.

Juri knorr bleibt bank-bursche – und das stört ihn nicht
Deutschlands Regisseur saß 32 Minuten, beobachtete, kaute Mundgummi. Als er endlich reinkam, war Berlin erstmals vier Tore weg – 22:18. Ein Tor, ein Assist, fertig. „Ich bringe die Energie, die gerade nötig ist“, sagte er. „Wer spielt, entscheidet der Trainer. Mein Job ist es, bereit zu sein.“
Mads Hoxer tröstete sich mit acht Treffern, aber das war’s. 24:24 nach 46 Minuten war Aalborgs letzte Antwort. Dann legte Gidsel den Turbo ein, Milosavljev wehrte zwei Siebenmeter ab und einen Kreisläufer-Wurf mit dem Knie. Die Füchse zogen auf 30:26 davon, ließen nichts mehr her. Endstand 35:31 – das fünfte Duell in sechs Spielen, das Aalborg gegen Berlin verliert.
Gruppensieg bedeutet heiligtum im viertelfinale
Am 12. März gastiert Berlin in Nantes – ein Freundschaftsspiel, weil der erste Platz bereits sicher ist. Das bedeutet: Rückspiel im Viertelfinale erst in der Arena an der Pappelallee. „Wir haben uns eine kleine Play-off-Atmosphore erkämpft“, sagt Trainer Nikolaj Krickau. „Das ist kein Geschenk, das haben wir uns erarbeitet.“
Die Zahlen sprechen für sich: 17 Paraden Milosavljev, 8 Tore plus 8 Assists Gidsel, 5:1-Bilanz gegen Aalborg seit 2021. Und eine Botschaft an den Rest Europas: Wer Berlin empfängt, braucht mehr als ein lautes Stadion. Er braucht ein Wunder.
