1. Fc köln patzt: chancen vergeben, nervosität steigt!

Köln – Der 1. FC Köln hat gestern Abend gegen Union Berlin eine vermeidbare Chance auf den Klassenerhalt vergeben. Nach einer hochverdienten Führung schmolz der Vorsprung in einem überraschenden Einbruch förmlich dahin, und die Geißböcke müssen nun bis zum letzten Spieltag zittern.

René wagners taktische falsch-entscheidung

Trainer René Wagner hatte mit einem Dreierwechsel versucht, frischen Wind in die Mannschaft zu bringen. Doch die Maßnahme ging völlig nach hinten los. Statt neuen Schwung zu erzeugen, schien der Wechsel den Rhythmus zu stören und die Abwehr anfälliger zu machen. Die Bankfrauen sahen zu, wie ihre Mannschaft das Spiel aus der Hand gab.

„Wir müssen uns vorwerfen lassen, dass wir es nicht geschafft haben, mit der 2:0-Führung souveräner umzugehen“, so Sport-Geschäftsführer Thomas Kessler nach dem Spiel. Seine Worte unterstreichen die bittere Erkenntnis, dass die Kölner in der entscheidenden Phase die Kontrolle verloren haben.

El mala und kaminski – fehlende kraft nach dem wechsel

El mala und kaminski – fehlende kraft nach dem wechsel

Besonders bitter war der Ausfall von Said El Mala, der bis dato mit zwölf Toren und fünf Vorlagen als treibende Kraft im Angriff glänzte. Auch Jakub Kaminski, der zweitbeste Scorer der Mannschaft, fehlte nach dem Wechsel merklich. Der Dreierwechsel, der Niang, Thielmann und Maina brachte, fand einfach nicht den erhofften Anschluss. Die Offensive wirkte verunsichert und kraftlos, und die Angriffe brachen an der Union-Abwehr ab.

Die Tatsache, dass Tom Rothe bei der Ecke ungestört zum 2:1-Anschlusstreffer einköpfen konnte, verdeutlicht die Nachlässigkeit in der Kölner Abwehr in der zweiten Halbzeit. Marvin Schwäbe, der sonst sichere Rückhalt der Mannschaft, räumte ein, dass die letzte halbe Stunde „näherlich“ gewesen sei.

Entscheidung in heidenheim – der letzte strohhalm

Entscheidung in heidenheim – der letzte strohhalm

Der Klassenerhalt ist rechnerisch nun nicht mehr möglich, obwohl die Kölner lange auf dem richtigen Weg waren. Das bedeutet, dass Köln am vorletzten Spieltag gegen Heidenheim unbedingt punkten muss, um nicht im Saisonfinale beim FC Bayern auf Schützenhilfe angewiesen zu sein. Ein Sieg in Heidenheim ist nun die letzte Hoffnung für die Geißböcke.

Trotz des verpassten Matchballs stärkte Kessler seinen Trainer: „René hat mit Ausnahme des guten Spiels in Leverkusen immer gepunktet. Das ist mit Sicherheit nicht schlecht für uns.“ Der Trainer muss nun in der kommenden Woche die richtigen Lehren aus dieser Niederlage ziehen und die Mannschaft mental stabilisieren. Denn die Aufgabe gegen Heidenheim wird alles andere als einfach.

Die Kölner Fans dürfen sich nun auf eine nervenaufreibende Schlussphase der Saison einstellen – ein unnötig spannendes Finale, das durch einen vermeidbaren Punktverlust in Berlin noch einmal so richtig in Fahrt gekommen ist.