Waldschmidt: vom joker zum hoffnungsträger? union-spiel entscheidend
Luca Waldschmidt. Der Name, der in Köln seit einiger Zeit mit gemischten Gefühlen betrachtet wird. Während seine Treffsicherheit unbestritten ist, hinterfragten viele Trainer seine konstante Einsatzbereitschaft. Doch nun, da der FC gegen den Abstieg kämpft, könnte der 29-Jährige seine Chance bekommen – und das gegen Union Berlin, ein Duell, das richtungsweisend sein könnte.
Die achillessehne des kölners: inkonstanz
Waldschmidt ist kein Spieler, der sich versteckt, wenn es eng wird. Das hat er in der Vergangenheit bereits bewiesen, besonders im entscheidenden Saisonspurt der vergangenen Zweitliga-Saison, als er mit entscheidenden Toren und Vorlagen den Aufstiegskampf des FC maßgeblich unterstützte. Doch seine Karriere ist geprägt von einer gewissen Inkonstanz. Ex-Trainer Lukas Kwasniok, ebenso wie sein Nachfolger René Wagner, bevorzugte es, ihn häufig von der Bank bringen zu lassen. Ein Fakt, der angesichts seiner Erfahrung und zweifellos auch seiner fußballerischen Fähigkeiten, überrascht.
„Ich bin einfach ein Spielertyp, der manchmal weniger im Spiel ist, manchmal mehr“, erklärt Waldschmidt selbst. Seine Trainer scheinen diesem Fazit wenig Vertrauen entgegenzubringen. Die Situation wird nun noch komplizierter durch Ragnar Ache's Verletzung, die die Sturm-Hierarchie im Team völlig durcheinanderwirbelt. Marius Bülter, der in den letzten Spielen als Alternative fungierte, konnte bisher nicht überzeugen. Die kicker-Note von 4,5 im letzten Spiel gegen Leverkusen spricht Bände.

Chance gegen die eisernen: ein matchball für waldschmidt?
Die bevorstehende Partie gegen Union Berlin ist für den FC ein echter Gradmesser. Es ist einer von zwei „Matchbällen“, in denen der FC den Klassenerhalt aus eigener Kraft sichern kann. Für Waldschmidt könnte dies die Gelegenheit sein, sich endgültig zu beweisen. Seine gute Harmonie mit Said El Mala, einem weiteren „künstlerischen“ Spielertyp, könnte dem FC Köln zusätzlichen Ballbesitz sichern – eine Tugend, die Waldschmidt benötigt, um sein volles Potenzial auszuschöpfen. In der Hinrunde betrug der Ballbesitz des FC gegen Union bereits beeindruckende 62 Prozent.
Trainer Wagner hielt sich bei der Frage, was für Waldschmidt spricht, bewusst bedeckt: „Ein bisschen mehr als letzte Woche, und dann schauen wir mal, ob es so kommt.“ Eine Aussage, die die Unsicherheit des Trainers in Bezug auf den Einsatz des Angreifers widerspiegelt. Doch die aufsteigende Form von Waldschmidt sollte Wagner zum Umdenken bewegen.
Neben seiner Form spricht auch seine körperliche Unterlegenheit gegenüber Unions robuster Dreierkette gegen ihn. Dennoch, die Chance, sich zu beweisen, ist da. Waldschmidt steht im Sommer vor einer Zukunftsentscheidung. Nach zwei Saisons, die überwiegend als Joker verbrachte, wird er sich fragen müssen, ob er seine Zukunft in Köln sieht. Ein zweites Auslandsabenteuer nach seinem Intermezzo bei Benfica Lissabon ist durchaus denkbar, obwohl er sich in Köln sichtlich wohlfühlt. Sein Vertrag läuft 2027 aus, und das Interesse von anderen Vereinen ist vorhanden – allerdings noch nicht konkret. Die nächsten Wochen werden zeigen, ob Waldschmidt in Köln endlich seinen festen Platz findet – oder ob er sich nach neuen Herausforderungen umsehen wird.
