Zwischen den pfosten: wie ersatzkeeper den italienischen fußball umkrempeln

Der Torhüter ist der letzte Held. Doch in der Serie A schlägt das Pendel um: Zweite und dritte Keeper rücken in die Startelf, verändern Spiele, Tabellen – und das Fantacalcio-Konto von Millionen Italienern.

Perin stiehlt di gregorio die show

Mattia Perin stand am 21. Februar noch in der Kurve der Champions-League-Tribüne, als Michele Di Gregorio gegen Como zwei Bälle durchließ. Seit diesem Tag trägt Perin die Handschuhe. Vier Ligaspiele, vier Mal Note im Fanta-System. Die Statistik: beide Keeper notieren 5,4 Punkte im Schnitt – doch nur einer von ihnen spielt. Massimiliano Allegri schweigt zur Dauerlösung, im Trainingslager von Continassa aber flüstert man: „Perin bleibt.“ Die Juve spart 40 Millionen Euro, weil Di Gregorio keine Zusatzprämien für Einsätze kassiert.

Suzukis daumen, corvis aufstieg und der große fall

Suzukis daumen, corvis aufstieg und der große fall

Ein gebrochener Daumen, drei Monate Pause – und Leihgabe Zion Suzuki wurde zur Statist. Der japanische Olympia-Keeper war Parmas Nummer eins, bis Milan ihn in der 13. Spieltag-Show traf. Seitdem hütet 21-jähriger Gianluca Corvi das Tor. 17 Bewertungen in Folge, 5,6 Fanta-Punkte, zwei Mal nur unterbrochen von Veteran Guaita. Suzuki ist zurück, sitzt aber wieder auf der Bank. Corvi lacht, sagt: „Ich warte auf den nächsten Daumen.“

Drei keeper, ein pisa-trainer und kein ende

Drei keeper, ein pisa-trainer und kein ende

Kein Klub rotiert so wild wie der AC Pisa. Ivan Juric-Nachfolger Pontus Hiljemark hat schon drei Keeper geprüft: Simoncini, Scuffet, Nicolas Andrade. Semper (17 Spiele) verletzte das Knie, Scuffet (7) zog sich einen Muskelfaserriss zu, Nicolas (6) hält seitdem dicht. Die Folge: Pisa kletterte aus dem Keller, kassierte nur zwei Gegentore in den letzten fünf Partien. Keiner der Drei weiß, ob er am Wochenende spielt – der Trainer ruft erst eine Stunde vor dem Anpfiff.

Ravaglia und motta: notlösungen mit glamour

Ravaglia und motta: notlösungen mit glamour

Im Oktober brach sich Lukasz Skorupski die Hand, da sprang Federico Ravaglia ein. Im März riss ihm ein Kreuzband – Ravaglia bleibt. 13 Bewertungen schon, jetzt kommen mindestens noch zehn dazu. Bei Lazio war Ivan Provedels Schulter-Operation der Startschuss für 19-jährigen Alessio Motta. Drei Spiele, ein gehaltener Elfmeter gegen Bologna, 6,1 Fantapunkte-Schnitt. Sarri pfeift auf Erfahrung: „Er springt höher als die Latte, warum soll ich tauschen?“

Die stille revolution und ihr preis

Italien diskutiert über VAR, Superliga und TV-Gelder. Doch die wahre Machtverschiebung passiert im Torraum. Zweit- und drittbesetzte Keeper sichern Punkte, verhindern Abstiege, treiben Marktwerte. Fantacalcio-Manager jubeln, Sportdirektoren schrauben die Budgets nach unten. Am 34. Spieltag werden mindestens sechs von 20 Clubs mit Ersatzleuten starten. Die Message an alle Profis: Die Bank ist kein Ruhestand, sondern ein Aufzug – und er fährt schneller nach oben als gedacht.