Zwei deutsche rücken in nba-top-16 vor – steinbach und anderson jagen traum

Die NBA-Lottery ist noch keine gespielt, doch die deutsche Basketball-Welt feiert schon jetzt: Hannes Steinbach und Christian Anderson schießen im neuen Mock-Draft von ESPN in die erste Runde – und das nur zwei Plätze auseinander.

Steinbach an 15, anderson direkt dahinter – okc verdoppelt?

Oklahoma City hält mit den Picks der Philadelphia 76ers und der eigenen Auswahl zwei Tickets in genau dem Bereich, in dem die beiden deutschen Ausnahmetalente projiziert werden. Ein Doppel-Pakt also möglich, der Thunder-General Manager Sam Preis die Nachwuchs-Abteilung in einen deutschen Mini-Campus verwandeln ließe.

Steinbach, 19-jähriger Freshman-Center der Washington Huskies, liefert seit Wochen Doppel-Double-Stats ab: 18,6 Punkte plus 11,6 Rebounds. Dabei trifft er 38 % aus dem College-Drei, was ihn zum begehrten Stretch-Five macht. „Er blockt, sprintet, versenkt – und das in einem 2,11-M-Rahmen“, schreibt ESPN-Scout Jeremy Woo, der Steinbach auf Platz 15 platziert.

Anderson ist ein Jahr älter, dafür ein Genfer Uhrwerk in der Offensive der Texas Tech Red Raiders. Nach dem Ausfall von Star-Forward JT Toppin übernahm der Combo-Guard die Führung und steigerte sich auf 19,2 Punkte bei 7,8 Assists. Mit 42,7 % vom Dreierbogen wurde er zur Most Improved Player der Big-12 gewählt. Genau diese Effizienz katapultiert ihn auf Platz 16 – direkt hinter seinen Landsmann.

Warum die platzierung jetzt schon gewicht hat

Warum die platzierung jetzt schon gewicht hat

Die NCAA-Tournament-Sieger schreiben Geschichte, aber in Zeiten von Social-Media-Clips und 24/7-Scouting-Streams kann ein einzelnes Spiel die Range um zehn Plätzen katapultieren – oder fallen lassen. Anderson hat mit Texas Tech noch mindestens drei Knock-out-Spiele vor der Brust, Steinbach ist nach dem Pac-12-Aus bereits im Trainingslager. Wer in den nächsten drei Wochen die Netze verfeuert, rückt in den Top-10-Bereich – und damit in die vergoldete Vertragszone des Rookie Scale.

Die deutsche Basketball-Bundesliga schaut gebannt: Noch nie gelangen in einem Jahr zwei Spieler aus deutschen Junioren-Programmen in die erste Runde. Dirk Nowitzki (1998) und Detlef Schrempf (1985) mussten allein ran. Nun also der Anfang eines neuen Kapitels – und das ausgerechnet im Tiefen-Jahrgang 2026, den Scouts als „historisch breit“ bezeichnen.

Am 10. Mai entscheidet die Ping-Pong-Kugel über die endgültige Reihenfolge. Bis dahin heißt es für Steinbach und Anderson: Köpfe runter, Wurfarm hoch. Die Thunder haben zwei Mal das Ohr am Telefon – und Deutschland zwei Gründe, spät aufzubleiben.