Zverev vor french open: mcenroe sieht chance trotz serie!
Paris – Alexander Zverev, als Nummer zwei gesetzt, steuert auf die French Open zu, doch ein Schatten liegt auf dem Hamburger: Die bittere 0:9-Bilanz gegen Jannik Sinner. Doch Tennis-Legende John McEnroe schürt die Hoffnung des Deutschen und vergleicht die Situation mit einem unerwarteten Comeback in der NBA.
Ein hoffnungsschimmer aus der nba
Die Erinnerung an die New York Knicks, die in einer Conference-Final-Partie gegen die Celtics acht Minuten vor Schluss mit 22 Punkten Rückstand lagen und das Spiel doch noch in die Overtime führten, lässt McEnroe zuversichtlich werden. „Man sollte sich daran erinnern“, sagt der siebenfache Grand-Slam-Champion, „dass verrückte Dinge passieren können.“ Auch wenn Zverev im Moment noch keine Lösung gegen Sinner gefunden hat – „das weiß doch keiner“, so McEnroe – so sollte die Serie nicht als unüberwindbares Hindernis gesehen werden.
Nach einer Behandlung bei Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt meldet sich Zverev optimistisch: „Ich fühle mich fantastisch.“ Diese Worte untermauern die Aussage des Eurosport-Experten, dass aussichtslose Konstellationen oft überraschende Wendungen nehmen können. McEnroe betont: „Einige gesetzte Spieler wie Félix Auger-Aliassime oder Ben Shelton zeigen auf Sand nicht ihr volles Potenzial.“

Der kampfgeist zählt
Zverev hat in den vergangenen Jahren zwar Rückschläge erlitten, insbesondere nach dem verlorenen Halbfinale gegen Carlos Alcaraz bei den Australian Open und dem Finalverlust gegen Sinner im Vorjahr, doch der US-Amerikaner sieht auch hier einen positiven Aspekt: „Ich muss Sascha zugutehalten, dass er auch nach der herzzerreißenden Niederlage gegen Alcaraz den Kopf hochgehalten und weiter gekämpft hat.“
Der Hamburger will bereits am Sonntag gegen Benjamin Bonzi den ersten Schritt ins Turnier machen. „Er ist klar favorisiert“, so Experten, obwohl er dem Franzosen noch nie gegenüberstand. Sollte Zverev die erste Woche erfolgreich meistern und Selbstvertrauen gewinnen, „sollte er das Gefühl bekommen, eine echte Chance zu haben.“
Die Absage von Titelverteidiger Carlos Alcaraz aufgrund einer Verletzung eröffnet Zverev zusätzlich Möglichkeiten. Mögliche Gegner im Viertelfinale könnte Taylor Fritz sein, im Halbfinale Djokovic und im Finale – wie so oft – Sinner. Es wäre die ultimative Chance, die 0:9-Serie zu beenden und den Grand-Slam-Titel zu ergreifen.
Die French Open werden live auf Eurosport und HBO Max übertragen. Die Frage ist nicht, ob Zverev seine Chance verpasst hat, sondern ob er bereit ist, den Kampfgeist zu zeigen, der ihn einst auszeichnete. Denn im Tennis, wie im Leben, kann ein unerwarteter Wendepunkt alles verändern.
