Girona verspielt rettung: 1:1 gegen elche – absturz nach champions-league-traum

Der FC Girona trat an, um zu gewinnen und vor Glück zu weinen, aber am Ende stand nur ein 1:1 gegen Elche – und die Gewissheit, dass die Segunda División wartet. Das Stadion von Montilivi verstummte nicht mit dem Schlusspfiff, es erlosch schon in der 82. Minute, als Stuani den Ausgleich erzielte, aber gleichzeitig klar wurde: Es reicht nicht.

Ein albtraum mit vorgeschichte

Die Geschichte wiederholt sich, und sie tut es mit Grausamkeit. Bereits im August 2020, mitten in der Pandemie, hatte Elche Girona in den Play-off-Finals den Aufstieg mit einem späten Kopfball von Pere Milla im 96. Minute geraubt. Die Bilder von damals sind tief in der DNA des Vereins verbrannt: leere Ränge, schwere Stille, dann das kollektive Heulen der Elche-Spieler auf dem Rasen. Gestern kam das Echo zurück – nur diesmal war das Publikum zugegen, und die Tränen waren bitterer, weil sie jetzt um den Klassenerhalt flossen.

Der Abstieg ist kein Unfall, er ist das Resultat einer Serie falscher Entscheidungen. Nach dem dritten Platz der Vorsaison und 81 Punkten schien Girona bereit für die Champions League. Doch das internationale Programm fraß Kraft, und die sportliche Leitung verpasste es, Qualität zu ergänzen. Statt Tiefe kamen Ausleihen, statt Führungsspieler kamen Projekte. Die zweite Rückrunde der Saison 2023/24 war schon ein Warnschuss, den niemand ernst nahm.

Michel hatte die warnzeichen erkannt – aber zu spät

Michel hatte die warnzeichen erkannt – aber zu spät

Trainer Míchel hatte intern gewarnt: „Wenn wir nicht reagieren, rollt uns die Liga über den Haufen.“ Er behielt recht. Die Zahlen sind gnadenlos: In den letzten 17 Ligaspielen holte Girona nur 12 Punkte, das ist Abstiegsform pur. Die Defensive kassierte in dieser Phase 33 Gegentore, mehr als jeder andere Klub. Die einstige Offensivmaschine schaffte nur noch 14 Treffer – Stuani allein steuerte sieben davon bei.

Der Klub verliert nicht nur die Kategorie, sondern auch Zeit. Die geplante neue Haupttribüne und die Erweiterung der Ciudad Deportiva sollen weiter vorangetrieben werden, doch die Einnahmen aus dem TV-Topf sinken um rund 55 Millionen Euro. Sponsoren verlangen Neukalkulation, Spieler mit Ausstiegsklauseln lauschen bereits nach Angeboten. Die sportliche Planung für die Segunda beginnt bei Null, denn die meisten Leihverträge enden, und die Verkaufserlöse für Top-Talente wie Yangel Herrera reichen nicht, um beide Seiten des Atlantiks zu bedienen.

Die achterbahnfahrt geht weiter – aber in die falsche richtung

Die achterbahnfahrt geht weiter – aber in die falsche richtung

Gironas sechs Jahre Erstliga-Bilanz liest sich wie ein Krimi: Rettung mit viel Luft, dann der Sturz unter Eusebio, drei Play-off-Finals bis zum Wiederaufstieg, der Höhenflug mit Míchel und nun der Dropback in die zweite Etage. Die Champions League war ein kurzer Traum, der sich als Zuckerguss mit Gift erwies. Das Kalenderchaos verletzte die Körper, die mangelhafte Kaderplanung das Herz.

Was bleibt, ist die Erkenntnis: Ein Club wie Girona kann ein Wunder schaffen, aber er kann sich nicht zwei hintereinander erlauben. Die Instandhaltung der eigenen DNA kostet Geld, kluge Köpfe und Entschlossenheit. Die nächsten zwölf Monate entscheiden, ob der Abstieg nur eine Delle oder das Ende eines Zyklus ist. Die Fans werden wieder kommen, sie haben nichts anderes gelernt. Aber sie werden auch wieder erwarten, dass die Verantwortlichen diesmal die richtigen Schlüsse ziehen. Die Geschichte ist zu schön, um sie zweimal hintereinander zu verschenken.