Alavés verpasst top 10: fehlende durchschlagskraft kostet sieg

Ein späte Schwächephase hat den Alavés am letzten Spieltag den Sprung in die Top 10 der Liga-Tabelle verwehrt. Obwohl eine starke erste Halbzeit Hoffnung gemacht hatte, ließ die Mannschaft von Quique Sánchez Flores im zweiten Durchgang die Zügel schleifen und verlor gegen Rayo Vallecano unnötig Punkte.

Nur wenige veränderungen im aufgebot

Trainer Sánchez Flores hatte lediglich zwei personelle Anpassungen im Vergleich zum vorherigen Duell gegen Oviedo vorgenommen. Die erste Hälfte präsentierte ein vielversprechendes Alavés, doch die Notwendigkeit für Rayo Vallecano, zu punkten, machte sich deutlich bemerkbar. Nach dem Seitenwechsel fehlte dem Alavés die nötige Aggressivität und das Zielwasser, um den knappen Vorsprung, erzielt durch Toni Martínez, zu verteidigen.

“Es war ein ausgeglichenes Spiel”, so Sánchez Flores nach dem Schlusspfiff. “Beide Mannschaften hatten ihre Momente. Rayo hatte eine Phase, in der sie Räume zum Laufen hatten – das ist ihr Spiel. In diesen Kontern haben wir zwei Gegentore kassiert. Wir haben uns im zweiten Durchgang geöffnet und ihnen mehr Möglichkeiten gegeben. Bei 19 Torschüssen darf man aber nicht verlieren.” Die fehlende Entschlossenheit in entscheidenden Momenten nagt am Selbstverständnis des Trainers.

Toni Martínez brilliert weiterhin – ein Lebensretter für das Team. Der Stürmer findet immer wieder in gefährliche Zonen vor und nutzt seine Chancen. Sánchez Flores betonte die Bedeutung von Martínez: “Er ist genau dort, wo er hingehört. Er ist immer im Strafraum, er hat immer Optionen.”

Bilanz nach ersten monaten: ausgleich und fortschritt

Bilanz nach ersten monaten: ausgleich und fortschritt

Betrachtet man die ersten Monate unter Quique Sánchez Flores, so zeigt sich ein ausgeglichenes Bild. Vier Siege, vier Unentschieden und vier Niederlagen – eine solide Basis für weitere Entwicklung. “Wir kennen die Mannschaft jetzt besser, obwohl wir sicherlich noch Fehler gemacht haben, bis wir die stärkste Aufstellung gefunden haben”, resümierte der Coach. Die außergewöhnliche Unterstützung der Fans habe maßgeblich dazu beigetragen, den Klassenerhalt zu sichern. Auch die angenehme Atmosphäre in Vitoria und der Charakter der Menschen dort schätzen er sehr.

Die letzte halbe Stunde des Spiels offenbarte eine erschreckende Entwicklung. “Wir haben nachlässiger geworden, während das Spiel sich dem Ende zuneigte. In beiden Gegentor-Situationen haben wir nachlässig agiert. Das ärgert uns, denn wir wollen bis zum Schluss kämpfen. Aber es gehört dazu”, so Sánchez Flores bedauernd. Die Lehrstunde ist gezogen: Konzentration und Entschlossenheit müssen bis zum Schlusspfiff gewahrt bleiben.

Die Niederlage schmälert zwar den Triumph über den verpassten Top-10-Platz, doch die Rettung des Vereins in der Primera División ist geschafft. Ein Erfolg, der vor allem der außergewöhnlichen Anhängerschaft und dem unermüdlichen Einsatz des Teams zu verdanken ist. Das nächste Kapitel beginnt nun – mit der klaren Erkenntnis, dass nur volle Konzentration und unbändige Leidenschaft den Weg zum Erfolg ebnen.