Zubeldia fällt aus – matarazzos abwehrkarten in der copa-finalspritze
Die Real Sociedad schickt
eine Schockdiagnose hinterher: Igor Zubeldia zerriss sich den linken hinteren Oberschenkel – und damit droht Trainer Pellegrino Matarazzo in der Copa-del-Rey-Finale am 18. April ein Baukasten-Problem in der Innenverteidigung. Knapp eine Woche vor dem Duell mit Atlético Madrid fehlen ihm mit Yangel Herrera und Zubeldia zwei zentrale Antreiber, beide mit Muskelbündelrissen, beide ohne Einsatzgarantie.
Der zeitplan rast – san sebastián zittert
Der 27-Jährige hatte sich am Freitag gegen Villarreal selbst die Grenze aufgezeigt: Nach 26 Minuten griff er sich ins Hinterteil, ließ sich fallen, schlug auf dem Rasen des Anoeta-Tunnels ein Bein ans andere. Im Stadion, wo Normallautstärke 104 Dezibel erreicht, wurde es kurz still, als die Tribüne begriff: Der Mann, der in den letzten Wochen wieder zur Konstante werden sollte, ist weg. Die MRT am Samstag bestätigte den Verdacht: Bizeps femoris angerissen – Ausfall vier Wochen plus. Die medizinische Abteilung gibt sich optimistisch, spricht vom „unteren Rand der mittleren Schwere“, doch zwischen „kann“ und „darf“ liegt in der Endrunde ein Grab.
Matarazzo muss jetzt improvisieren. Sein Kader reduziert sich auf drei nominelle Innenverteidiger: Jon Martín, der zurzeit nicht weniger als 3.120 Minuten in dieser Saison auf dem Buckel hat, Caleta-Car, der nach seiner Leihe aus Marseille zwischen Selbstvertrauen und Sorgfalt pendelt, und Aritz Elustondo, der seit Januar eigentlich nur noch als Notnagel gehandelt wird. Die restlichen Optionen: Rechtsverteidiger Traoré vorverlagern oder die U-23-Crew hochziehen – beides keine Rezepte für ein Finale gegen João Félix und Griezmann.
Die Statistik nagt zusätzlich an den Nerven. Ohne Zubeldia kassierte Real in den letzten beiden Spielen vier Gegentore – mit ihm nur 0,7 pro Partie. Ein Wert, der in der K.-o.-Phase zwischen Sieg und Scheitern schwankt. Und die Psyche? Im Klub schwirrt das Wort „Endspiel-Fluch“ durch die Flure: 2020 verlor man das Finale gegen Athletic, 2021 schied man im Viertelfinale aus – beide Male mit Ausfällen in der Abwehrzentrale.
Doch es gibt auch ein Fast-Gerücht, das durch den Pausenraum geistert: Die medizinische Staffel arbeitet an einer Ultra-Kurz-Regeneration, kombiniert mit Kryo-Kammer und Plasma-Injektionen. Keine Science-Fiction, aber ein Wagnis. Denn selbst wenn Zubeldia Mitte April wieder laufen kann, fehlen ihm dann Spielrhythmus und Zweikampfhärte. Matarazzo droht also die Qual der Wahl: Risiko eingehen und auf den Sechser-Verteidiger hoffen – oder Plan B durchziehen und auf Dauerstabilität setzen.
Die Uhr tickt. Noch acht Trainingseinheiten bis zum Abflug nach Sevilla. Die Copa del Rey wartet auf ihren Helden – oder auf den nächsten Abwehr-Puzzle-König. Für Zubeldia bleibt nur das Kribbeln in der Wade und die Frage, ob sein Körper eine Extrazeit erlaubt. Für Matarazzo bleibt die Erkenntnis: In der Kürze liegt der Stachel, und manchmal entscheidet sich eine Saison an einem einzigen Muskelfaser-Riss.
