Gumberg schlägt campillo in hainan: us-profi krönt sich mit birdie-finish

Jordan Gumberg hat sich in Hainan mit einem kaltschnäuzigen Schlussspurt die zweite DP-World-Tour-Karriere-Krone aufgesetzt. Der 29-jährige US-Amerikaner drehte am 18. Grün den Daumen nach unten – 70 Schläge, –19, trocken. Vor ihm jagte Jorge Campillo mit dem Schweiß der vergangenen Stunden im Nacken, doch das reichte nicht. Ein Schlag. So knapp. So brutal.

Campillo führt, dann rutscht er weg

Die Geschichte begann perfekt für den Extremaduraer. Campillo kam mit Vollgas aus der ersten Runde, ließ die ersten acht Löcher glühen und stand –18. Die Führung. Das Publikum auf dem Mission Hills GC glaubte schon an den ersten Spanier-Sieg seit Adrian Otaegui in Dubai. Doch auf der 9 kam das erste Bogey, dann auf 11 und 13 noch zwei mehr. Plötzlich lag Gumberg einen vorne. Campillo konterte auf 15 und 16 mit Birdies, doch die Antwort des Kaliforniers kam auf 17 – Birdie, trocken. Die Kiste war zu.

„Ich wusste, dass Jorge nicht locker macht“, sagte Gumberg später mit dem Pokal im Arm. „Aber ich habe meine Linien gesucht und die Putter ließen mich nicht hängen. So ein Tag, an dem alles reinwill.“

Verfolger-quartett bleibt außen vor

Verfolger-quartett bleibt außen vor

Marcus Armitage, Adrian Otaegui und der Chinese Yanhan Zhou teilen sich Rang drei bei –15. Vier Schlag Rückstand klingt nach wenig, auf dem Papier. Auf der Anlage fühlte es sich wie ein Graben an. Armitage versenkte auf 18 noch einen Eagle-Putt, doch da war Gumberg längst in der Scorer’s Hut und unterschrieb Scorekarten mit dem Coolness eines Bankers.

Für die spanische Armada wird’s bitter. Rafa Cabrera und Sebastián García teilen sich Platz 23 bei –8, Ángel Ayora folgt bei –7. Iván Cantero und Manuel Elvira landen bei –5, Rocco Repetto bei –4. Víctor García Broto alias Vidal Quim beendet das Iberer-Dinner auf Rang 60 bei –1. Keiner kam auch nur in Schlagdistanz zur Spitze.

Zweiter sieg, zweiter kontinent

Zweiter sieg, zweiter kontinent

Gumbergs erste DP-World-Tour-Trophäe holte er im März 2022 beim SDC Championship in Südafrika. Nun folgt Asien. Der Links-Spezialist hat sich in den vergangenen Monaten in Florida auf Bermuda-Gras geschliffen, doch die Paspalum-Bahnen Chinas scheinen ihm ebenso zu liegen. Sein Caddie scherzte nach Runde drei: „Wir fliegen als Nächstes nach Singapur – vielleicht sollten wir einfach nie wieder nach Hause.“

Die Saison ist jung, doch Gumberg springt damit in die Top-50 der Road to Dubai und schnuppert an der Masters-Reihe. „Ich will keine Events mehr verpassen, die mich ins Fernsehen bringen“, sagte er. „Hainan war Schritt eins. Schritt zwei kommt in Genf.“

Campillo packt seine Bags und fliegt nach Andalusien zurück. Dort wartet seine Familie – und ein Schwung neuer Schläger, die er testen will. „Ich war nah dran, aber nah dran zählt nur in Pferdeschwanz“, sagte er trocken. Das nächste Tee-Off rückt näher. Die Jagd auf Gumberg läuft schon.