Valera reisst elche aus dem abstiegsloch – und schießt gegen mallorca

Ein einziger Schlag hat gereicht. Germán Valera traf, Elche gewann, die drei Monate andauernde Sieglos-Serie ist gerissen. Der Club verlässt die rote Zone – und der 22-Jährige Extremverteidiger liefert das erste offizielle Lebenszeichen seit Wochen.

„Wir brauchten das wie die Luft zum Atmen“, sagte Valera, noch mit Gras im Haar, als hätte er jeden Millimeter des Rasens abgeklopft. Der Murcianer sprach offen vom „Tiefpunkt der Saison“, nachdem Elche erstmals in dieser Spielzeit auf einem Abstiegsplatz gelandet war. Der Sieg gegen Mallorca sei „nur ein Startschuss, kein Ziel“, betonte er und schob direkt hinterher: „Wer jetzt durchatmet, fliegt am Ende doch raus.“

Der penalty-alarm in der 92. minute hätte alles zunichte machen können

Der penalty-alarm in der 92. minute hätte alles zunichte machen können

Valera ballte die Faust, als Schiedsrichter Díaz de Mera auf den Punkt zeigte. „Dieses Déjà-vu war bösartig“, gesteht er. „Letzte Woche kassieren wir in 93‘ noch das 1:1, diesmal steht der Arm bereits in der Luft, bereit, uns wieder den Wind aus den Segeln zu nehmen.“ Doch der Elfmeter landete im Gestänge, Elche jubelte, Valera atmete erstmals seit September durch.

Die Fans hatten den Bus bereits am Stadioneingang empfangen, Rauchfackeln, Trommeln, ein Spalier aus Hoffnung. „Das ist wie ein 1:0-Vorsprung vor Anpfiff“, sagt Valera und schwört, dass der Klub solche Aktionen „nicht zur Eintagsfliege“ verkommen lassen darf. „Die Energie, die sie uns geben, ist messbar. Zweikampfquote: plus 12 %. Laufleistung: plus 1,4 km pro Mann. Die Zahlen lügen nicht.“

Der Rest der Saison ist ein Sprint. Elche muss noch gegen Valencia, Bilbao und Atlético ran – alles Teams, die Europapokal riechen. Valera nimmt den Kalender, kreist die Spiele ein und sagt: „Jetzt zählt nur noch Dreier-Dschungel. Wer sich auf Remis versteigt, rutscht wieder runter.“

Die Kabine sei „noch laut, aber nicht leichtsinnig“. Trainer Leguizamón habe nach dem Abpfiff die Musik abgedreht und jedem Spieler eine Zettel-Statistik in die Hand gedrückt: Ballverluste, Flankenwert, erwartete Tore. „Kein Platz für Selbstgefühl“, so Valera. „Malloria war der erste Schritt, nicht der letzte.“

Am Ende bleibt ein Satz, den er immer wieder murmelt: „Gewinnen macht süchtig – und wir haben gerade die erste Dosis gekriegt.“ Elche ist wieder auf dem Rasen, nicht mehr auf dem Kreuzer. Ob es reicht, entscheidet sich in den nächsten sieben Wochen. Die Uhr tickt. Valera weiß: „Wer jetzt zögert, bekommt den Abstieg gratis dazu.“