Zimmermann löst den knaller: heavy-metal-coach jagt ofc aus dem krisensturm

Am Bieberer Berg drohte monatelang nur Blechgeräusch, nun donnert es wieder. Mark Zimmermann, 52, übernimmt den abstiegsbedrohten OFC und bringt nicht nur Erfahrung von Halle, Köln und Jena mit – sondern auch eine Gitarre im Kopf.

Ein vertrag bis juni, ein auftrag fürs überleben

Tabellenplatz 14, drei Punkte Luft nach unten, dafür jede Menge Unsicherheit. Zimmermann spürt das, als er am Freitag auf die Presse trifft. „Die Mannschaft weiß, was die Stunde geschlagen hat“, sagt er und klingt dabei so ruhig, als hätte er die Playlist schon fertig. Keine Panik, kein Pathos – nur die nackte Erkenntnis, dass der Klub bis zum 30. Juni eine Endspielserie bestreitet, an deren Ende Entscheidungen über Zweite Liga-Träume oder Regionalliga-Realitäten stehen.

Der neue Coach verzichtet auf Musikvorgaben in der Kabine. „Ich hab’s mal probiert, um vielleicht mal eine Mannschaft wachzurütteln. Das brauche ich aber nicht.“ Stattdessen setzt er auf harte Zahlen: 14 Trainingseinheiten in sieben Tagen, Videoanalysen bis 23 Uhr, ein Sprinttest, der die Beine brennen lässt. „Wir können nicht erwarten, dass per Knopfdruck alles super läuft“, sagt er. Ein Satz, der bei OFC-Anhängern für ein bitteres Lächeln sorgt – schließlich drückten sie monatelang vergeblich auf diesen Knopf.

Der erste gegner: ein schlagerbegeisterter zweitplatziter

Der erste gegner: ein schlagerbegeisterter zweitplatziter

Samstag, 14 Uhr, empfangen die Kickers die SG Sonnenhof Großaspach – Andrea Bergs Lieblingsverein. Schlager gegen Metal, Punkte gegen Abstieg. „Das kann auch schnell gehen“, sagt Zimmermann über die Kurve, die sein Team kriegen muss. Drei Tage nach der Trennung von Kristjan Glibo hat Sport-Geschäftsführer Martin Pieckenhagen den 52-Jährigen geholt, weil „er anpacken will – und das seit Donnerstag tut“. Schneller Vertrag, schnelle Hände, schnelle Punkte. So lautet die Rechnung.

Ob sie aufgeht, entscheidet sich zwischen jetzt und dem 30. Juni. Dann läuft der Deal aus – und entweder donnert der Bieberer Berg wieder vor Zuschauern oder verstummt in gespenstischer Stille. Zimmermann zumindest hat schon mal den richtigen Rhythmus im Ohr.