Magdeburg kassiert debakel in paris – barça stürzt titelverteidiger vom thron

Die Champions League verliert ihren Champion. SC Magdeburg, bislang unantastbar in der Königsklasse, schlägt sich in Paris mit 26:34 selbst ab und muss als Gruppenzweiter ins Viertelfinale. Die Folge: FC Barcelona übernimmt die Pole Position – und die Magdeburger müssen um den Titel zittern.

Ohne claar und magnusson wirkt magdeburg hilflos

Trainer Bennet Wiegert stand an der Seitenlinie, die Hände in der Hose, das Gesicht versteinert. Felix Claar und Omar Ingi Magnusson, seine beiden Rückraum-Lichtgestalten, saßen in der Kabine. Die Pariser Defense spielte sich in Rage, Magdeburg fand kein Mittel gegen den französischen Zugriff. Nach 60 Minuten stand eine 26:34-Niederlage – und das, obwohl das Ticket fürs Viertelfinale längst gebucht war.

Die Zahl 6 steht für Manuel Zehnder, den besten Werfer des SCM. Sie steht aber auch für die Magdeburger Verunsicherung. „Kommt aus euren Ärschen“, brüllte Wiegert in einer Auszeit. Es half nichts. Die Pause bei 11:15 war bereits Programm, der Einstand nach Seitenwechsel ein Offenbarungseid. Magdeburg, sonst so herrlich unbekümmert, wirkte wie entzaubert.

Barça demontiert pelister und schickt eine botschaft

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Parallel lief in Bitola das Gegengewicht. FC Barcelona fegte HC Pelister mit 47:27 vom Feld. 24:15 zur Pause, am Ende eine Differenz von 20 Treffern. Die Katalanen wollen den Titel zurück – und sie haben die Weichen gestellt. Magdeburg muss nun auswärts ran, am 29./30. April und 6./7. Mai. Das Final Four in Köln (13./14. Juni) rückt in weite Ferne.

Die Magdeburger Saison war bislang ein einziger Aufgalopp. 37:31 gegen Paris im Hinspiel, ein Offensivfeuerwerk. Doch die Rückkehr in die französische Hauptstadt wurde zur Lektion. Die Defensive wackelte, die Abstimmung stimmte nicht, die Pässe landeten im zweiten Glied. Paris spielte mit Tempo, mit Aggressivität – und mit der Gewissheit, dass Claar und Magnusson fehlten.

Für Wiegert beginnt jetzt die Feinarbeit. Er muss seine Rotation neu justieren, muss die Rückraum-Lücke stopfen. Die nächsten Wochen entscheiden, ob Magdeburg im Juni nach Köln fährt – oder früh in den Sommerurlaub startet. Die Champions League verliert ihren Champion. Die Frage ist nur: War es ein Ausrutscher oder der Beginn eines Sturzes?