Leverkusen kassiert späten havertz-schock – ein außenseiter glänzt
89. Minute, BayArena tobt, dann pfeift Glenn Nyberg. Elfmeter für Arsenal. Kai Havertz, einst Leverkusens Hoffnungsträger, verwandelt, und plötzlich steht die Werkself mit dem Rücken zur Wand. Das 1:1 im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League schmeckt nach Niederlage, weil Arsenal mit einem Bein im Viertelfinanz steht und Bayer nur noch zittern kann.
Der held trägt rote haare und keine kapitänsbinde
Granit Xhaka lieferte die Vorlage zum Führungstor, doch der wahre Mann des Abends war Jeremie Frimpong. Der Niederländer zog die Gunners-Defensive wie ein Laufgitter auseinander, legte 13 Ballgewinne vor, sprintete 37 Mal in die Tiefe und erzwang den Foulelfmeter, den Florian Wirtz zum 1:0 nutzte. Seine 37 km/h Spitze ließen Ben White alt aussehen. Die Statistik: vier erfolgreiche Dribblings, zwei klare Großchancen vorbereitet – ein Außenseiter, der plötzlich in der Kategorie „unverkäuflich“ landet.
Hinten hielt Odilon Kossounou den Havertz-Generator zunächst im Zaum, bis der Referee das Handspiel ahndete. Ein Schritt zu spät, ein Arm zu weit – die Szene war korrekt gepfiffen, aber bitter. Lukas Hradecky flog zwar in die richtige Ecke, blieb jedoch chancenlos; das 1:1 war ein Schock, nicht gerechtfertigt durch das Spielgeschehen.

Nur ein leverkusener bekam eine fünf – und das ist kein druckfehler
Die Note „mangelhaft“ ging an Patrik Schick. 67 Minuten blieb die tschechische Leihgabe unsichtbar, gewann kein einziges Kopfballduell und verpasste die 2:0-Chance aus fünf Metern. Sein Sprint in die Tiefe endete meist im Abseits, seine Berührung wirkte verunsichert. Für den Sturmtank, der vor zwei Jahren noch 24 Bundesligatrener schoss, ist das ein Weckruf mit Folgen: Victor Boniface reist fit mit nach London, Schick könnte auf der Bank landen.
Die restliche Elf sammelte Zweien und Dreien. Robert Andrich schlug 13 Zweikämpfe, Alex Grimaldo lieferte sieben Flanken mit 85-prozentiger Trefferquote. Die Leverkusener Dominierten Ball und Gegner, nur das Ergebnis stimmte nicht. 22:8-Torschüsse spiegeln die klare Überlegenheit, doch die Tordifferenz ist das einzige Konto, das in der Königsklasse zählt.
London brennt, aber die werkself hat das feuerzeug
Rückspiel in acht Tagen im Emirates Stadium: Arsenal reicht ein 0:0, Bayer muss gewinnen oder mindestens zwei Tore erzielen, sollte erneut ein 1:1 drohen. Die gute Nachricht: Die Formkurve zeigt nach oben, die junge Truppe um Xabi Alonso spielt mutig und kompakt. Die schlechte: Havertz hat Selbstvertrauen getankt, Bukayo Saka kehrt womöglich zurück, und Mikel Artettas Defensive wird Frimpong doppelt decken.
Die Leverkusener Fans sangen nach Abpfiff trotzdem „Wir sind Bayer, wir kommen wieder“. Das ist keine Floskel, sondern Programm: In dieser Saison erst eine Niederlage, dafür 33 Spiele ungeschlagen. Die Statistik lügt nicht – sie flüstert: Rettung ist möglich, wenn die Chancen diesmal versenkt werden. Das Rückspiel wird die Antwort geben, ob das 1:1 ein Kratzer oder ein K.o. war.
