Zandalasini wirft italien in den wm-traum – jetzt droht der usa-crash

Zwei Spiele, zwei Siege – und dabei war das zweite Kunststück noch spektakulärer. Mit 74:51 schickt Cecilia Zandalasini Neuseeland ins Tal der Tränen, katapultiert die Azzurre damit auf die Favoritenstraße zur Endrunde eines WM-Turniers, das Italien seit 32 Jahren fernblieb. 18 Punkte, ein Korb nach dem anderen aus der Mitteldistanz, ein Solo, das die ganze Halle in San Juan zum Kochen brachte.

Der moment, als cubaj das feuer löschte

Doch so glatt wie die Endzahl verlief nichts. Nach dem 14-Punkte-Start verlor Italien plötzlich das Gerüst: drei Dreier von den Tall Blacks in Serie, zwei weitere „and-one“-Szenen, die Defensive wirklich wie gelähmt. Lorela Cubaj riss ihre Kolleginnen zurück, traf den Dreher, stopfte den nächsten Konter – und plötzlich stand wieder eine Sechs-Mann-Verteidigung auf dem Parkett, wie Coach Andrea Capobianco später lachend betonte.

Der Preis für diesen Energieschub: Francesca Pan blieb mit einer Schulter-Cervical-Stauchung in der Kabine. Ihr Einsatz gegen Olympia-Champion USA (Samstag, 22 Uhr) ist offen. Ohne ihre 41 % vom Dreierpunkt wird die italische Zone gegen Breanna Stewart & Co. zu einer Achterbahn.

Die Triple-Quote der Squadra Azzurra? 1/13. Die Moral? Unbesiegt. Denn genau das macht diese Truppe aus: Sie findet Wege, wenn das Bild dunkel wird. Nach dem 0/8-Fehlstart jenseits des Bogens traf Zandalasini endlich vom Corner, Giorgia Sottana legte den Steal gegen das Pressing nach, und schon war der Vorsprung wieder zweistellig.

Usa, spanien, senegal – ein todeslosen-trio

Usa, spanien, senegal – ein todeslosen-trio

Samstag um 22 Uhr geht’s gegen die US-Auswahl, die in der Vorbereitung 105:61 gegen Belgium fegte. Dann folgt Spanien (15. März, 22 Uhr) und Senegal (17. März, 19 Uhr). Die Rechnung ist klar: Ein Sieg genügt, um das 1991-Endrunden-Trauma endlich zu begraben.

Die letzte italische WM-Medaille stammt aus dem Bronze-Sommer 1974. Seither wartet ein ganzes Land auf dieses Wiedersehen. Zandalasini, 24 Jahre alt, trägt inzwischen mehr als nur Trikot Nummer 7 – sie trägt eine Generation. Und wenn sie gegen die USA erneut die Hand hebt, zittert nicht nur das Rebound-Netz, zittert eine Nation mit.

Der Countdown läuft: drei Tage, um Pans Schulter zu stabilisieren, um die Dreierquote zu retten, um die USA zu erschrecken. Die Azzurre haben gezeigt, dass sie auch mit klappernden Nerven gewinnen. Jetzt muss nur noch das Netz zittern – und nicht mehr das Herz ihrer Fans.