Gudmundsson eiskalt vom punkt, gosens geht leer aus – florenz stemmt sich gegen die niederlage

Albert Gudmundsson schlitterte wie ein Neuling ins Spiel, trat dann aber mit Eis im Blut an den Elfmeterpunkt – und riss die Partie heraus. Die Fiorentina stemmte sich in der Nacht vom Mittwoch gegen Udinese mit dem 1:1 zurück, doch der Punkt schmeckt nach verschenkter Führung.

Gosens' hackentor bleibt unbelohnt

Robin Gosens war es, der die Tribüne auf die Füße brachte. Der deutsche Außenverteidiger nahm eine Flanke mit dem Hacken, traf den Ball so sauber, dass seltsame Flugkurve entstand – doch Udineses Keeper Silvestri streckte sich und kratzte die Kugel aus dem Winkel. Gosens fiel danach mit Krämpfen aus, die Lungen hatten gebrannt.

Trainer Italiano hatte ihn sofort rausgenommen, sein Gesicht verriet die Rechnung: drei Tage vor dem Conference-League-Duell mit Maccabi Haifa droht nun ein personelles Puzzle. Die linke Seite ohne Gosens wirkt plötzlich ein Stück weiser.

Dafür lieferte sich Ndour einen kleinen Befreiungsschlag. Der Mittelfeldanker, zuletzt wegen Leistungsschwankungen in der Kritik, jagte eine abgewehrte Ecke volley ins lange Eck. Der Schuss saß so hart, dass die Netzkontrolle zweimal hinschauen musste – 1:1, Ausgleich, Aufatmen.

Frust bleibt trotz punkt

Frust bleibt trotz punkt

Die Fiorentina bleibt damit ungeschlagen in den letzten fünf Serie-A-Spielen, doch die Stimmung im Franchi kochte nach dem Schlusspfiff trotzdem. Zu oft verpassten die Toskanaer den letzten Pass, zu oft verzogen sich die Läufe. Mit 45 Punkten rutschen sie auf Platz acht – Europa-League-Platz fünf liegt fünf Zähler entfernt. Die Saison schrumpft.

Gudmundsson trägt das Penalty-Tor als Trophäe mit sich, Gosens schleppt sich mit Wadenproblem in die Länderspielpause. Und Ndour? Der darf kurz durchatmen, bevor die nächste Woche wieder alles verlangt. Die Liga verzeiht keine Sekunde Schwäche – das hat Florenz heute Nacht auf schmerzhafte Weise gelernt.