Wuppertal zündet 80-meter-feuerwerk für olympia-traum

Am Freitag verwandelt Gregor Eisenmann das Zoostadion in eine riesige Leinwand. 80 Meter breit, vier Elemente, ein Ziel: Olympia nach Wuppertal holen.

Feuer, wasser, erde, luft – und dazwischen der schwebebahn-kick

Feuer, wasser, erde, luft – und dazwischen der schwebebahn-kick

Eisenmann baut in seinem Atelier ein 1:10-Modell des Stadions nach, lackiert jede Ritze, testet jede Pixelverschiebung. „Ich will, dass die Leute das Stadion wieder neu sehen“, sagt er und meint damit wörtlich: Die Fassade wird zur Bühne, die Tribüne zum Mikrofon. Wasserball im Takt von Beats, Fußball als Erdboden-Rhythmus, die Schwebebahn als Luft-Akkord – und das olympische Feuer als Crescendo. Alles live, alles synchron, alles selbst komponiert.

Die Show kostet fünf Euro, dafür gibt es Stadionwurst und ein Getränk. Kein Schnäppchen, sondern ein Deal: Die Stadt will 30 000 Tickets verkaufen, um die Bewerbungsmappe mit Unterschriften zu füllen. Eisenmann liefert die Bilder, die Stadt liefert die Menschen. „Wenn das funktioniert, ist Wuppertal nicht mehr nur die Stadt mit der Schwebebahn, sondern die Stadt, die Olympia leuchtet“, sagt er.

Die Uhr tickt. Einlass 19 Uhr, Beginn 19.30 Uhr. Wer kommt, sieht nicht nur Licht, sondern auch sich selbst – als Teil eines Projekts, das größer ist als jede Disco-LED-Wand. Wer nicht kommt, verpasst den Moment, in dem ein Bergischer Ballungsraum zum Olympia-Giganten aufblitzt. Und vielleicht verpasst er auch den Tag, an dem Wuppertal in den Geschichtsbüchern steht: nicht als Kuriosum, sondern als Ausrichter.