Mcclung pulverisiert g-league-rekord – 59 punkte in einem einzigen wahnsinnsspiel
59 Punkte, 10 Assists, ein neuer Rekord – und trotzdem verlor sein Team. Mac McClung schraubte sich am Freitagabend in die Annalen der G-League-Geschichte ein, indem er die bisherige Bestmarke von Renaldo Major einfach weglöschte. Die 59 Zähler gegen die Birmingham Squadron sind nicht nur die höchste Ausbeute, die jemals ein Spieler in der NBA-Farmliga auflegte – sie sind auch ein Statement. Ein Statement, das Fragen aufwirft: Wie lange will man den 1,88-Meter-Guard noch in der zweiten Reihe halten?
Die zahlen, die alles sagen
McClung traf 19 seiner 34 Würfe aus dem Feld, versenkte acht Dreier und spielte dazu noch zehn Mal den letzten Pass. 42 Minuten durchlauf, keine Atempause. Die 133:134-Niederlage nach Verlängerung schmerzt, aber die Statistik bleibt. 59 Punkte – mehr hat kein G-League-Spieler je erzielt. Die vorherige Bestmarke lag bei 56 Zählern, aufgestellt vor fast zwei Jahrzehnten. McClung schob sich also nicht nur an die Spitze, er riss die Liste formlich entzwei.
Der 27-Jährige war schon vor dem Spiel heiß. Vor wenigen Wochen jagte er 54 Punkte durch den Korb, nun legte er noch einmal fünf drauf. Dreimal gewann er den NBA-Dunk-Contest, 2023 holte er mit dem Delaware Blue Coats den Titel, in dieser Saison wurde er zum MVP gewählt. Und doch steht er weiterhin vor allem für Spektakel statt für Stammplätze in der besten Liga der Welt.

Warum nba-scouts jetzt hellhörig werden
Die Liga kennt ihn als Entertainer, die Zahlen kennen ihn als Killer. Seit 2021 hüpft McClung zwischen Two-Way-Contract und 10-Day-Deal, sammelte Erfahrungen in Philadelphia, Los Angeles und Chicago. Die permanenten Kurzzeitjobs verfestigen das Image des Dauer-Aspiranten. Doch wer 59 Punkte in 48 Minuten wirft, kann nicht länger nur als Youtube-Phänomen abgetan werden. Die Effizienz ist kein Zufall: McClung erzielte in dieser Saison 26,6 Punkte pro Spiel bei 48 % Feldwurfquote – Zahlen, die sich selbst in der NBA sehen lassen können.
Die Frage lautet nicht mehr, ob er einen neuen Dunk wagen wird, sondern wann ein Team die Scheu überwindet und ihm echte Rotation Minutes zutraut. Die Bulls haben ihn momentan an der Strippe, doch nach dem Rekord wird das Telefon heiß. Die Trade-Deadline rückt näher, Verletzungen häufen sich, und irgendwo sucht ein Playoff-Anwärter genau den Typ, der mit dem Ball im Rücken keine Angst kennt.
McClung selbst schwieg nach dem Spiel nur kurz. „Ich wollte einfach gewinnen“, sagte er mit zittriger Stimme. Die Niederlage nahm er mit, den Rekord auch. Die NBA steht vor der Tür. Und wenn die Tür aufgeht, wird er nicht mehr nur für Spektakel sorgen, sondern für Punkte. Viele Punkte.
