Wsv-fans verwüsten siegener klo: 50.000 euro schaden, stadionverbote drohen

Kurz nach dem Abpfiff in Siegen schlug die Wut der Wuppertaler mit voller Wucht. Unbekannte zertrümmerten in der Gästeblock-Toilette Urinale, rissen Armaturen aus der Wand und hinterließen ein Schlachtfeld. Die Rechnung: ein fünfstelliger Schaden und ein Imageschlag, der bis in die Regionalliga-West-Zentrale hallt.

Kein sieg, dafür ein debakel nach abpfiff

Die Sportfreunde Siegen hatten den 2:1-Erfolg gegen den abstiegsbedrohten WSV gerade über die Lautsprecher verkündet, da knallte es schon hinter den Kulissen. WSV-Geschäftsführer Matthias Georg spricht von „vollständig zerstörten Sanitäranlagen“, Vereinsmitarbeiter fanden Ziegelsteine im Waschbecken und aus den Brüchen triefendes Wasser. Die Kosten schätzt der Hausherr auf mindestens 50.000 Euro – Geld, das ein Regionalligist so schnell nicht hat.

Der Wuppertaler SV reagierte noch am selben Abend mit einer scharfen Verurteilung. „Wer Einrichtungen demolieren will, hat im Stadion nichts verloren“, heißt es in der Mitteilung. Konkret: Stadionverbote und zivilrechtliche Schritte, sobald die Täter identifiziert sind. Die Polizei hat Anzeige wegen schweren Landfriedensbruchs und Sachbeschädigung erstattet, erste DNA-Spuren wurden gesichert.

Fanszene rudert zurück, doch der verein bleibt in der pflicht

Fanszene rudert zurück, doch der verein bleibt in der pflicht

WSV-Fanbeauftragte distanzieren sich zwar, bestreiten aber nicht, dass es sich um mitgereiste Anhänger handeln könnte. Die Sportfreunde Siegen fordern Aufklärung und Schadenersatz. Geschäftsführer Matthias Georg: „Wir wollen keine Schuldzuweisungen, aber wer randaliert, muss dafür gerade stehen – und das kann nicht der gastgebende Verein sein.“

Der Westdeutsche Fußballverband (WDFV) hat die Akten angefordert. Sollte der WSV die Gewalttäter nicht ausliefern, drohen Punktabzug oder Geldstrafe. Für den Tabellenvorletzten wäre das ein weiterer Schlag im Abstiegskampf. Die Lizenz für die kommende Saison hängt indes nicht nur von sportlichen Kriterien ab.

Die Bilder der demolieten Toiletten kursieren inzwischen in sozialen Netzwerken. Kommentare reichen von „armes Regionalliga-Niveau“ bis „das ist kein Fußball mehr“. Die WSV-Spieler reagierten nach dem Spiel mit demonstrativer Schweigeminute vor der eigenen Fanszene – ein Appell, der offenbar nicht bei allen ankam.

Für die Sportfreunde Siegen steht jetzt die Sanierung an. Die Reinigungsfirma spricht von „mehreren Tagen Arbeit“, die Versicherung prüft, ob Vandalismus überhaupt gedeckt ist. Für den WSV tickt indes eine andere Uhr: Bis Ostern will der Vorstand die Täter identifiziert haben, sonst droht ein Imageschaden, der weit über 50.000 Euro hinausgeht. Die Saison ist ohnehin schon kurz genug.