Wolfsburg-duell ohne motor: werder fehlt stage und lynen

Daniel Thioune muss auf dem Weg zur Weser schon wieder auf die Notbremse treten. Beim VfL Wolfsburg fehlen ihm am Samstag im Mittelfeld nicht irgendwelche Joker – sondern der komplette Motor: Jens Stage sitzt gelb-gesperrt in der Kabine, Senne Lynen zieht sich mit Adduktoren-Ziehen die Schuhe an und bleibt zu Hause. Der Rest der Auswärtstruppe liest sich wie ein MRT-Bericht.

Elf mann weg – bremen fährt auf reserverad

Elf mann weg – bremen fährt auf reserverad

„Wir laufen auf der Felge“, sagt Thioune und schluckt sichtbar. Gemeint ist nicht nur die Lahmung im Zentrum. Auch Jovan Milocevic (Rücken), Maximilian Wöber (muskulär), Amos Pieper (Post-OP), Wesley Adeh (Bänderriss) und Julian Malatini (Syndesmose) bleiben in der Reha-Area. Dazu die Langzeitpatienten Mitchell Weiser und Victor Boniface. Elf Profis, ein halbes Team, fehlen dem Trainer – und das vor einem Spiel, das über die Zukunft der Liga entscheiden kann.

Tabellenplatz 15 trifft auf 17. Wolfsburg könnte bei einem Sieg auf einen Punkt verkürzen, Bremen könnte sich mit einem Dreier auf sieben Zähler absetzen. Die Mathematik ist simpel, die Realität brutal: Werder hat in den ersten drei Runden unter Thioune verloren, die letzten drei Spiele brachten zwei Siege. Ein Sieg würde den „Boxkampf“ laut Trainer in die nächste Runde überstehen – eine Niederlage würde den Gegner wieder auf die Beine helfen.

Die Strategie muss improvisiert werden. Ohne Stage fehlt der Ballgewinn, ohne Lynen die Balance. Die Lösung: ein defensiver Doppelsechser aus zwei Außenbahnspielern, die noch nie gemeinsam im Zentrum standen. Die Wende in der Kabine: Thioune will den Abstiegskampf „in diesem Jahr meistern“. Keine Frage, keine Rhetorik – ein Statement, das der Mannschaft ins Ohr flüstert, bevor sie in Wolfsburg den Ring betritt.