Nagelsmann bläst zur wm-generalprobe: adeyemi fliegt, urbig und karl jetzt dabei
Frankfurt – Keine 90 Sekunden brauchte Julian Nagelsmann, um den Bann zu brechen. „Wir wollen 2026 mit dem Ball spielen, nicht mit dem Feuer“, sagt der Bundestrainer und streicht dafür Karim Adeyemi aus dem 26-Mann-Kader. Der BVB-Rotte bleibt zu Hause – und prompt steht der Name Jonas Urbig auf der Liste. Der 21-jährige Bayern-Resident hat noch keinen Bundesliga-Einsatz in dieser Saison, ist jetzt aber Teil der WM-Generalprobe.
Comeback mit handschlag und fragezeichen
Sechs Rückkehrer, zwei Debütanten, ein Kader, der wie ein Signal wirkt. Antonio Rüdiger reist aus Madrid ein, Kai Havertz aus London, Deniz Undav aus Stuttgart – allesamt mussten im Herbst pausieren, jetzt sind sie Nagelsmanns Antwort auf die Leere in der Spitze. Denn Niclas Füllkrug irrlichtert in Mailand und bleibt vorerst draußen. „Wir schauen auf Leistung, nicht auf Follower“, sagt der 38-jährige Trainer. Die Botschaft: Wer schwächelt, fliegt – egal, wie laut die Kurve ruft.
Die Zahl 450.000 hängt noch im Raum. So viel zahlte Adeyemi an das Amtsgericht Dortmund, nachdem er Schlagring und Taser in der Tasche hatte. Der DFB erstattete Anzeige – gegen sich selbst. Denn intern galt: Wer dem Verband solche Überraschungen erspart, spart sich auch die Nominierung. Leipzig links, Frankfurt rechts, Dortmund bleibt außen vor. Burkardt, Baku, Atubolu und Dahmen (nur Abruf) folgen Adeyemi auf die Tribüne.

Neues gesicht, altes gesetz: leistung schlägt herkunft
Lennart Karl und Jonas Urbig lernen diese Woche, wie schnell ein Traum wach werden kann. Karl, 19, Mittelfeld-Cadet aus der Bayern-Youth, noch ohne Profi-Minute. Urbig, Torwart-Talent, das Manuel Neuer bisher nur vom Trainingsplatz kennt. „Wir wollen sehen, wie sie mit dem Druck umgehen“, sagt Nagelsmann. Die WM rückt näher, der Kader wird enger. Jeder Tag zählt doppelt.
Am Montag rollt der Bus nach Herzogenaurach, adidas-Zentrale, 72 Stunden später geht’s nach Basel. Schweiz, dann Ghana – beide Spiele live im Free-TV, beide Tests mit Messer und Gabel. Wer glänzt, spielt sich ins Sommermärchen. Wer patzt, verschwindet in den Untiefen der Länderspielstatistik. Die Devise: Kein Platz für Schönwetterpiloten. Die WM wirft bereits Schatten – und Nagelsmann bestimmt, wer darin steht.
