Wolfsburg vor dem absturz: nach 28 jahren droht der bundesliga-ende

Die Wölfe sind am Boden. Nach 28 ununterbrochenen Jahren in der Bundesliga steht der VfL Wolfsburg vor dem Abstieg – und niemand im Club scheint zu wissen, wie er die Krise noch aufhalten soll.

Arnold bricht das schweigen: „wir kriegen die scheiß murmel nicht über die linie“

Maximilian Arnold sprach nach dem 1:2 gegen den HSV mit roten Augen. Der Kapitän suchte Worte, fand nur Frust. „Es ist brutal, ein sehr bitterer Moment“, sagte er und schüttelte den Kopf. Die zwei Elfmeter gegen seinen Verein? „Sinnbildlich“, nennt er das. „Wenn du unten drinsteckst und so eine Scheiße hast, dann passieren solche Dinge.“

Die Zahlen sind ein Offenbarungseid: 54 Gegentore nach 25 Spielen, nur vier Siege, Platz 16. Die Tabelle lügt nicht. Wolfsburg ist das Schlusslicht der Rückrunde. Kein Team kassierte mehr Elfmeter (acht), kein Team verlor mehr Spiele in den letzten zehn Minuten (sechs).

Schwegler duckt sich weg – trainerfrage offen

Schwegler duckt sich weg – trainerfrage offen

Pirmin Schwegler, Sportdirektor seit Januar, wirkte wie angeschossen. „Kein schöner Tag“, murmelte er. Auf die Frage, ob Trainer Daniel Bauer bleibt, antwortete er ausweichend: „Wir werden eine Entscheidung treffen.“ Mehr nicht. Kein Bekenntnis, kein Plan, nur leere Phrasen. Dabei tickt die Uhr. Neun Spiele bleiben, um den Verein vor dem ersten Abstieg seit 1997 zu bewahren.

Die Stimmung ist auf dem Siedepunkt. Fans pfeiften die Mannschaft aus, einige skandierten „Bauer raus!“. Die Spieler zogen mit hängenden Köpfen in die Kabine. Selbst die Traditionsriege um Grafite und Barzagli schweigt.

Die angst vor der zweiten liga

Die angst vor der zweiten liga

Ein Abstieg wäre mehr als ein sportlicher GAU. Die Volkswagen-Ausstiegsmilliarden trocknen langsam aus, die Infrastruktur ist auf Erstliga-Niveau ausgelegt. Etwa 250 Jobs hängen indirekt an der Bundesliga-Zugehörigkeit. Die Regionalliga-Reserve spielt vor 300 Zuschauern – kein Zuschauerparkplatz wäre groß genug für die zweite Liga.

Arnold weiß: „Die Segel streichen macht keinen Sinn.“ Doch wer schlägt sie dann? Wer rettet den VfL? Die Antwort bleibt offen. Montag Training, Mittwoch Mainz. Ein weiteres Finale. Die Uhr tickt. Die Angst wächst.