Leverkusen patzt in freiburg und fliegt jetzt gegen arsenal und bayern in den absturz

Bayer Leverkusen liefert sich in Freiburg ein Schützenfest, verlässt mit nur einem Punkt den Platz und steht vor einer Woche, die die Saison entweder retten oder endgültig zerstören kann. Die 3:3-Remis am Samstag war kein Ausrutscher, es war die Quintessenz eines Teams, das zwischen Brillanz und Blackout pendelt.

Die tore flogen, die defensive zerbarst

Christian Kofane traf nach 37 Minuten, Alejandro Grimaldo schlenzte in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit einen Freistoß aus 18 Metern ins Netz und Martin Terrier schraubte das Ergebnis früh im zweiten Durchgang auf 3:2. Doch jedes Leverkusener Jubelgeste hatte ein Eigentor zur Antwort. Vincenzo Grifo erzielte seinen 105. Treffer für den SC und stellte damit die gemeinsame Rekordmarke mit Nils Petersen ein. Yuito Suzuki und Matthias Ginter schaufelten die Breisgauer immer wieder heran. Die Werkself kassierte in 14 Minuten drei Gegentore – so viele wie sonst in ganzen Monaten.

Die Personalnot verschärft sich zum Handicap. Ohn e Patrik Schick, ohne Mark Flekken, ohne Nathan Tella und Lucas Vazquez wirkt Bayer wie ein Orchester ohne Dirigent. Simon Rolfes sprach nach dem Spiel von „Konstanz“ und „Pusher“ – Worte, die wie Euphemismen für Panik klingen, wenn man bedenkt, dass in den nächsten acht Tagen zweimal Arsenal und einmal der FC Bayern anstehen.

Der kalender wird zur falle

Der kalender wird zur falle

Mittwoch, 12. März: Arsenal in der BayArena. Sonntag, 16. März: Bayern in München. Donnerstag, 20. März: Rückspiel in London. Drei Gegner, die zusammen 220 Millionen Euro teurer aufgestellt sind als Bayer. Drei Spiele, die entscheiden, ob die Champions-League-Träume schon im März platzen oder ob doch noch das Ticket für die Königsklasse gelöst wird.

Die Zahlen sind gnadenlos: Seit der Winterpause hat Bayer nur eines von fünf Auswärtsspielen gewonnen. Die Tordifferenz in diesen Partien: 6:11. Die Abwehr, einst das Fundament des Vizemeisters, leckt wie ein altes Dach. Janis Blaswich rettete gegen Suzuki in der Nachspielphase des ersten Durchgangs, aber er kann keine Bude stoppen, wenn die Viererkette wie ein Kartenhaus zusammenbricht.

Freiburg hingegen feiert sich. 16 Heimspiele in Folge ohne Niederlage – das ist kein Zufall, sondern ein Klima. „Wir haben Leverkusen nie den Rhythmus abgenommen, wir haben ihnen die Luft weggeschnürt“, sagte Christian Streich nach der Partie. Seine Mannschaft spielt nicht nur Fußball, sie spielt den Gegner aus. Grifo ist in dieser Saison der Schiri und der Schütze zugleich: Er trifft, er assistiert, er schreit die Mitspieler an. Ein Kapitan, der seine Statistik mit der Seele füllt.

Die woche der wahrheit beginnt jetzt

Xabi Alonso stand nach dem Schlusspfiff lange im Regen. Kein Schirm, kein Mantel, nur das Gesicht, das die Frage trägt: Wie repariert man ein Team, das sich selbst demontiert? Die Antwort wird nicht in der Taktik liegen, sondern in den Köpfen. Arsenal wird mit Saka und Ødegaard kommen, Bayern mit Musiala und Kane. Beide Teams haben Leverkusen in der Europa League schon zerlegt. Die Erinnerung ist frisch, die Wunden noch offen.

Bayer muss jetzt sieben Punkte aus drei Spielen holen, um nicht in der Bundesliga auf den fünften Platz zu rutschen. Die Quote, dass das gelingt: 17 Prozent. Die Quote, dass sie in der nächsten Woche aus drei Wettbewerben fliegen: deutlich höher. Die Saison ist nicht mehr lange ein Marathon, sie ist ein Sprint gegen die eigene Angst. Und die Uhr tickt lauter als der Ball rollt.