Wm-zitterspiel: kanada schlummert sich ins achtelfinale!
Die Vorrunde der Weltmeisterschaft ist Geschichte, und was für eine! Nach 72 Spielen, die sich anfühlten wie eine Ewigkeit, hat Kanada sich gegen Südafrika mit einem späten Treffer durchgesetzt. Ein Spiel, das die Frage aufwirft: Ist das wirklich das Niveau, das wir von einer Weltmeisterschaft erwarten?
Ein fußballfest zum gähnen?
Die FIFA präsentiert stolz 104 Spiele, von denen jedes ein „Super Bowl“ sein soll. Doch Spiel Nummer 73, das einzige am Sonntag, wirkte eher wie eine lange, qualvolle Tortur. Südafrika gegen Kanada – ein Duell, das teilweise Fußball zum Abgewöhnen nahebrachte. Wer es sich noch einmal ansieht, sollte es bitte in doppelter Geschwindigkeit tun, um die Lebenszeit sinnvoll zu nutzen. Es ist schon erstaunlich, dass dieses Spiel überhaupt als Auftakt zum Sechzehntelfinale diente, nachdem zuvor bereits so viele Begegnungen über die Bühne gegangen waren.
Dabei war die Partie nicht völlig ohne Bedeutung. Kanada, angetrieben von Jesse Marsch, einem amerikanischen Trainer mit scharfem Blick, setzte sich letztendlich mit 1:0 durch. Ein „Lucky Punch“ von Stephen Eustáquio in der 92. Minute beendete das Leiden für das Publikum.

Südafrikas lehrstunde: power und tempo fehlen
Hugo Broos, der südafrikanische Trainer, nahm kein Blatt vor den Mund: Seine Mannschaft, die sich überraschend frühzeitig für die K.o.-Runde qualifiziert hatte, fehlte es schlichtweg an „Power und Tempo“. Er führte dies auf die Qualität der Südafrikanischen Premier Soccer League zurück, in der eben nicht auf höchstem Niveau gespielt wird. 19 von 26 Spielern im Kader sind regulär in drittklassigen Ligen aktiv. Eine WM sei zwei Stufen höher anzusiedeln – eine bittere Erkenntnis, die deutlich macht, wie groß die Diskrepanz im Leistungsniveau sein kann.

Baseball-ehre für den dfb-präsidenten
Während auf dem Rasen gepöbelt wurde, erlebte DFB-Präsident Bernd Neuendorf einen unerwarteten Ehrenerweis. Bei der Eröffnungssaison der Major League Baseball durfte er den „Ceremonial First Pitch“ beim Spiel der Boston Red Sox gegen die New York Yankees werfen – eine Rivalität, die mindestens genauso leidenschaftlich ist wie die zwischen Borussia Dortmund und Schalke 04. Und Neuendorf? Er traf das Ziel! Ein Lichtblick in einem ansonsten wenig inspirierenden Fußballsonntag. Die Frage ist, ob er nun auch das DFB-Team trainieren wird, um für mehr Präzision und Tempo zu sorgen.
