Peterka packt die koffer: 7,7-mio-deal platzt – boston ruft

Eine SMS um Mitternacht, und alles ist anders. John-Jason Peterka schlief noch nicht, als sein Agent meldete: „Pack deine Schlittschuhe, du fliegst nach Boston.“ Der 24-Jährige verlässt Utah nach nur einer Saison – und jagt mit den Bruins nach dem Stanley Cup.

Keine vorwarnung, kein gerücht, pure überraschung

Die Mammoth-Fans wachen heute mit Katerstimmung auf. Ihr Top-Scorer, erst im Sommer 2025 verpflichtet, ist Geschichte. 25 Tore, 22 Assists, 82 Spiele – und trotzdem ging die Front Office in Salt Lake City all-in für den Trade. Der Grund? Boston bot einen Schutz für die kommende Draft-Runde und einen jungen Center, der in Utah sofort Einsatzzeit bekommt. Peterka selbst spürte nichts: „Bis Freitag war Funkstille. Dann klingelte das Telefon.“

Die Ablöse ist nicht offiziell, doch Insider sprechen von einer First-Round-Pick-Option 2027 plus einem Prospect. Für Utah ein Deal, der sich langfristig auszahlen könnte. Für Peterka ein Glücksfall. „Boston lebt Eishockey. Die Stadt atmet Schwarz-Gold“, sagt er.

Deutsches trio in beantown: sturm, reichel, peterka

Deutsches trio in beantown: sturm, reichel, peterka

Der Clou: Cheftrainer Marco Sturm steuert die Bruins. Sein Assistent heißt Jay Leach, Powerplay-Coach wird ein ehemaliger Deutscher Nationaltorwart. Peterka trifft zudem auf Lukas Reichel – Kumpel aus gemeinsamen Junioren-Zeiten. „Wir haben uns vor drei Monaten in Berlin zufällig beim Burgerladen getroffen und über Boston geschwärmt. Jetzt ziehen wir zusammen in eine Wohnung in South End“, lacht er.

Für die Bruins bedeutet der Zugang einen Rechtsaußen mit Tempo und Abschluss. Sein neuverdientes Gehalt von 7,7 Mio. Dollar pro Jahr läuft bis 2030, Boston übernimmt den Vertrag komplett. Die Salary-Cap-Situation ist eng, doch General Manager Don Sweeney stößt dafür einen Veteranen ab. Die Message ist klar: Die Bruins wollen 2027 wieder ins Finale.

Peterkas Zahlen sprechen für sich: 320 NHL-Spiele, 83 Tore, 92 Assists. Die Frage bleibt, ob er in der Top-Six startet oder zunächst auf der dritten Reihe neben Reichel landet. „Ich nehme alles mit, Hauptsache ich darf endlich wieder im Playoff-Frühling aufs Eis“, sagt er.

Am Montag fliegt er nach Boston. Erste Station: TD Garden, um sich die 17 Banner anzuschauen. Zweite Station: ein Döner-Laden in Cambridge, den ihm Reichel empfohlen hat. „Dann geht’s ans Ufer des Charles River – mit neuen Kufen und altem Hunger.“