Wm-traum geplatzt: fermín lópez bricht sich den mittelfuß – barça-kraftpaket fliegt wohl raus
Ein einziger Schritt auf dem grünen Teppich von Villamarín reicht. Danach sackt Fermín López zusammen, der Mittelfuß knackt, und mit ihm der Plan von Luis de la Fuente. Spaniens Nationaltrainer muss binnen 24 Stunden umdenken: Der 23-jährige Box-to-Box-Motor von FC Barcelona wird nach SID-Informationen die WM in den USA, Mexiko und Kanada voraussichtlich verpassen.
Die diagnose kommt ohne umschweife
Knöchel gequetscht, Schmerzen stechend, Röntgenbild eindeutig – Mittelfußbruch rechts. Am Montagmorgen bestätigten die Katalanen den Befund, den Mediziner in der Nacht schon befürchteten. Operation nötig, Ausfallzeit: mindestens acht Wochen. Die Endrunde beginnt am 11. Juni. Eine simple Rechnung, die López wehtut.
Die Szene war banal. 67. Minute, Betis-Pressing, López will sich freilaufen, setzt nach, bleibt hängen. Kein Gegentreffer, kein Bodycheck – nur der Körper, der sich verabschiedet. Noch auf dem Feld schickt er die beruhigende Handzeichen Richtung Bank, doch die Mimik verrät ihn: Diese Blessur ist anders.

Spanien verliert seinen turbo
Bislang sieben Länderspiele, zwei Tore, unzählige Laufduelle – López galt als Joker für den zweiten WM-Gruppengang. De la Fuente hatte ihn im 55er-Provisorium gelistet, weil sein Tempo beim Umschalten fehlte und seine Vertikalität Lücken reißt. Ohne ihn bleibt nur der abgeklärte Plan B: Mikel Merino oder der jüngere Álex Baena rücken auf, beide brillieren eher im Spielaufbau als im Gegenpressing. Die Balance kippt.
Barça wiederum verliert gerade den Spieler, der in diesem Frühjahr die meisten Kilometer pro 90 Minuten auf dem Konto hatte (11,9). Mit Gündogan und De Jong bereits angeschlagen, droht dem neuen Coach Hansi Flick vor dem ersten Trainingslager ein Mittelfeld-Puzzle mit fehlenden Teilen.

Die stoppuhr tickt laut
In neun Tagen muss Spanien den endgültigen 26er-Kader abgeben. López’ Operation steht für Mittwoch an, danach beginnt der Wettlauf gegen die Zeit. Selbst ein Wunder wäre keine Lösung: Ohne Belastungstests, ohne Spielrhythmus würde er zur Belastung. De la Fuente will keine halbgaren Kandidaten mitnehmen, das hat er im März klargemacht, als er Ansu Fati trotz Comeback zuhause ließ.
Für López bleibt die Erkenntnis, die viele Profis vor ihm lernen mussten: Eine WM kommt nicht auf einen zu – sie vergeht in einer Sekunde, wenn der Körper Nein sagt. Der nächste Sommer sollte seine Bühne werden, nun wird er sie von der Couch verfolgen. Die Karriere ist lang, die WM alle vier Jahre – ein Trost, der bei 23 noch zählt, aber heute nichts wärmt.