Wm 2026: 48 teams, 104 spiele, vier zeitzonen – der irrste fußball-sommer beginnt
Die größte Fußball-Party der Geschichte steht vor der Tür – und sie wird laut, spät und riesig. Am 11. Juni 2026 startet in den USA, Mexiko und Kanada eine Weltmeisterschaft, die alles übertrifft: 48 Nationen, 104 Partien, 16 Städte, vier Zeitzonen. Für Europas Fans bedeutet das: Fernsehen bis in die Puppen, für die Teams: Jetlag deluxe.
Warum diese wm selbst den spielern angst macht
Argentinien reist als Titelverteidiger an, doch die wahre Herausforderung steckt im Kalender. Von Houston über Toronto bis New York liegen bis zu neun Stunden Zeitverschätzung hinter Mitteleuropa. Wer in München um 19 Uhr einschaltet, sieht möglicherweise ein Spiel, das in Mexiko-Stadt unter der Mittagshitze stattfindet. Die Logistik wird zum Gegner.
Deutschland hat dennoch Glück gehabt. Die DFB-Auswahl um Julian Nagelsmann startet am 14. Juni um 19 Uhr deutscher Zeit in Houston gegen Curaçao. Drei Tage später folgt Toronto, 22 Uhr Ortszeit, 4 Uhr MESZ. Der Gruppenabschluss in New York fällt auf den 25. Juni – wieder 22 Uhr, wieder Mitternachtsregion für deutsche Nachtschwärmer.
Die Erweiterung auf 48 Teams zwingt den Weltverband Fifa in ein Zwölfergruppen-Format. Zwölf Vierergruppen, jede mit eigenen Dramen. Die ersten zwei Plätze ziehen ins Sechzehntelfinale ein, dazu die besten acht Dritten. Die K.o.-Phase beginnt am 28. Juni, das Finale steigt am 19. Juli im MetLife Stadium in New Jersey. Kick-off: 21 Uhr Ortszeit – 3 Uhr nachts in Berlin.

Neues trikot, alte sehnsucht
Parallel zur Auslosung präsentierte der DFB das neue Auswärtstrikot: dunkelblau mit Retro-Logo, ein Seufzer nach der Kaiser-Ära. Die Botschaft ist klar: Zurück zur Stärke, weg vom Grauen der Vorrunden-Pleiten. Ob das Design reicht, wird sich zeigen, wenn die Mannschaft nach neun Stunden Flug in brütender Hitze gegen die Elfenbeinküste ran muss.
Die Zahlen sind gigantisch: 104 Spiele, 1.100 Spieler, geschätzte 5,8 Millionen Stadionbesucher. Die Tv-Rechte allein sichern der Fifa Einnahmen von über sieben Milliarden Euro. Doch hinter den Milliarden stecken Menschen. Europas Spieler fliegen zwischen Kontinenten, Schlafrythmen zerbrechen, Muskeln rebellieren. Die medizinischen Abteilungen der Klubs haben schon jetzt Alarm geschaltet.
Und wir Fans? Wir richten den Wecker auf 3 Uhr, kochen Kaffee, schalten ein. Denn wenn das Finale im Juli steigt, wird kein europäischer Zuschauer vor dem Bildschirm einschlafen – selbst wenn die Augen zufallen. Die WM 2026 wird nicht nur die breiteste, sondern auch die nächtlichste aller Zeiten. Die Fußball-Krone? Die holt sich, wer mit offenen Augen durchhält.
