Wirtz zerlegt die schweiz mit zwei zaubertoren – nati wartet seit 18 jahren auf revanche
Florian Wirtz hat die Schweiz in einen kollektiven Schock versetzt. 3:4 hieß es am Ende, doch die Zahl sagt kaum etwas über die Art und Weise, wie der 23-jährige Leverkusener die Nati demontierte. Zwei Tore, beide von jener Klasse, die man sonst nur in Playstation-Halbfinals sieht. Das erste senkte sich unter die Latte, das zweite schlug in der Maschen oberhalb von Sommer ein. Dazwischen: ein Laufstil, der an Messi in seinen besten Tagen erinnert.
Die schweiz schreibt sich die kapitulation auf
Die Pressestimmen aus dem Nachbarland lesen sich wie ein Tagebuch des Schmerzes. Blick titelt: „Wilder Ritt zum Auftakt ins WM-Jahr!“ Die Baseler Zeitung attestiert der Nati, sie habe „vogelwild“ gespielt, aber eben auch gegen einen „Weltklasse-Wirtz“ keine Chance gehabt. Und SRF zieht nüchtern Bilanz: „Mit dem zweiten Anzug kann die Schweiz nicht mit einem Team wie Deutschland mithalten.“ Das klingt nach Ehrlichkeit statt Selbstmitleid.
Die Zahlen sind gnadenlos: Erste Niederlage gegen Deutschland seit 18 Jahren, erstes Mal seit 2008, dass die Schweiz bei einem Pflichtspiel vier Gegentore kassiert. Und das, obwohl sie zweimal in Führung lag. Erst Yakin, dann Wirtz. Das ist der Unterschied zwischen Hoffnung und Realität.
Was niemand aufschreibt: Die Schweizer Defensive hatte Wirtz in der ersten Halbzeit noch gut im Griff. Doch nach der Pause wechselte er einen Gang höher, und plötzlich standen drei Rotweiss-rote wie gelähmt. Elvedi, Akanji, Rodriguez – sie alle blickten sich hinterher an, als wollten sie sich vergewissern, dass das wirklich geschehen war.

Liverpool zahlt 125 millionen – und bekommt einen spieler, der solche spiele entscheidet
Die Ablöse, die Liverpool laut Baseler Zeitung bereits nach Leverkusen überwiesen hat, ist kein Pappenstiel. 125 Millionen Euro für einen Mittelfeldspieler – das ist mehr, als Juve 2001 für Zidane zahlte. Doch wer Wirtz gegen die Schweiz sah, versteht sofort: Das ist kein Transfer, das ist eine Investition in die Zukunft des europäischen Spitzenfußballs.
Die Nati muss nun nach Hause fahren und sich fragen, wie sie künftig mit solchen Ausnahmekräften umgehen will. Denn Wirtz ist kein Einzelfall. Musiala, Jamal, Wirtz – Deutschland hat eine Mittelfeldgeneration, die den Gegner nicht mehr nur schlägt, sondern entzaubert.
Für die Schweiz heißt es: Aufstehen, abhaken, neu beginnen. Die WM 2026 rückt näher, und mit ihr die Frage, ob diese Nati bereit ist, dem nächsten Zauberer die Leviten zu lesen. Die Antwort wird nicht in Freundschaftsspielen fallen, sondern in K.o.-Duellen, wo es kein morgen gibt. Bis dahin bleibt die Erkenntnis: Wer gegen Wirtz spielt, braucht mehr als nur gute Taktik – er braucht einen Plan B, einen Plan C und vor allem: eine Portion Glück.
