Krupp wechselt zu den löwen: frankfurt holt olympia-silberhelden
Die Nachricht kam knallhart, nur zwei Tage nach seinem Abschied aus Wolfsburg: Björn Krupp zieht weiter – und zwar in die Mainmetropole. Die Löwen Frankfurt verpflichten den 35-jährigen Verteidiger ab Sommer 2026, wie der DEL-Letzte am Donnerstagmorgen offiziell bestätigte. Ein Statement, das sofort für Gesprächsstoff sorgt.
Krupp sieht in frankfurt „kultverein mit turbo-fans“
Der Sohn von Ex-Bundestrainer Uwe Krupp unterschreibt bis 2028 beim Tabellenvorletzten. Für viele ein Schritt nach hinten, für ihn eine bewusste Provokation: „Die Löwen sind ein absoluter Kultverein mit einer der besten Fan-Kulissen der Liga. Ich will mithelfen, Großes zu erreichen“, sagt Krupp. Nach 511 DEL-Einsätzen für die Grizzlys Wolfsburg und Olympia-Silber 2018 in Pyeongchang sucht er offenbar nicht den bequemen Abstieg in die zweite Reihe, sondern das Abenteuer.
Frankfurt braucht dringend Profis mit Siegermentalität. Die Hauptrunde endete mit 14 Punkten Rückstand auf das letzte Playoff-Ticket, die Tordifferenz lag bei minus 52. Die sportliche Leere war spürbar, die Tribünen halb leer. Mit Krupp bekommt Trainer Jeff Tomlinz einen Spieler, der in den letzten fünf Jahren nie weniger als 70 Checks pro Saison verteilt hat und in der Kabine laut wird, wenn’s brenzlig wird.

Der erste domino-stein im löwen-sommer
Der Deal ist erst der Auftakt. Manager Steffen Ziesche kündigt „weitere Personalrochaden“ an und will das Budget für Neuzugänge um 15 Prozent erhöhen. Die Message ist klar: Abstiegsangst wird nicht länger geduldet. Krupp soll als Bindeglied zwischen alter Garde und jungen Wilden fungieren – ein Lehrmeister mit Playoff-Erfahrung, der weiß, wie man in entscheidenden Momenten die Scheibe an der Bande festnagelt.
Für Wolfsburg wiederum bedeutet der Weggang eines Langzeit-Akteurs ein kleines Erdbeben. 61 Playoff-Spiele absolvierte Krupp für die Grizzlys, nur Kapitän Sebastian Furchner war häufiger im Kader. Sportdirektor Benni Henrichs spricht von einem „Generationenwechsel“, der „schon überfällig“ gewesen sei. Doch der Zeitpunkt irritiert: Die Grizzlys haben gerade ihren Kader für die neue Saison zusammengestellt, nun fehlt ein erfahrener Rückhalt.
Die Zahlen sprechen für sich: In der abgelaufenen Spielzeit stand Krupp durchschnittlich 18:32 Minuten auf dem Eis, die meiste Eiszeit aller Wolfsburger Verteidiger. Seine 12 Punkte mögen mager wirken, doch die abschreckenden Bodychecks und die 138 geblockten Schüsse kann man nicht in der Statistik erfassen. Frankfurt bekommt einen Defensivspezialisten, der bereit ist, sich für das Löwen-Emblem die Zähne auszubeißen.
Der Transfermarkt in der DEL gerät langsam in Bewegung. Mit Krupp zieht ein Name durch die Liga, der nicht nur für sich steht, sondern für die Hoffnung, dass Tradition und Leidenschaft noch zählen. Die Löwen haben ihren ersten Joker gezogen, die Fans im Stadion am Bornheimer Hang dürften bald wieder brüllen – und zwar den Namen eines Olympiasiegers. Wenn das kein Signal ist.
