Ellermann kehrt früher zurück: normannias retter ist da
Ein Schlag aufs Schienbein, ein Knall, die Saison drohte zu zerbrechen. Jetzt, vier Monate später, steht Yannick Ellermann wieder zwischen den Pfosten des 1. FC Normannia Gmünd – und mit ihm die Chance, den Abstieg doch noch abzuwenden.
Die Diagnose war einst ein Sechser im Lotto: halbes Jahr Pause. Doch Ellermann hat das Protokoll gesprengt. „Ich konnte schon nach vier Monaten wieder in die Vorbereitung einsteigen“, sagt er, während die Mannschaft nach dem 1:1 in Göppingen die Derby-Wochen durchpflügt. Die Rückkehr des Kapitäns kommt zum richtigen Zeitpunkt: Normannia schwankt auf Platz 16, nur zwei Zähler trennen die Schwaben vom freien Fall.
Der fels, der den klassenerhalt tragen soll
Seit 2010 steht Ellermann im Gmünder Tor, seit 2018 trägt er die Binde. Ohne ihn rutschte Normannia nach dem euphorischen 5:1-Auftakt gegen Nöttingen in acht sieglose Spiele ab. Die Folge: Platz 17, Trainer Zlatko Blaskic trotz Kritik im Amt behalten, zwei Siege vor der Winterpause – Atemholen.
Jetzt ist die Luft wieder dünner. Mit Ellermann im Kasten holte die Mannschaft in Essingen und Göppingen je einen Punkt nach Rückstand. „Wir haben zweimal nach Rückstand noch einen Punkt geholt, darauf können wir aufbauen“, sagt er. Die Statistik spricht für sich: Mit ihm kassierte Normannia 1,8 Tore pro Spiel, ohne ihn 2,4.

Nächster härtetest: tabellenführer aalen
Am Sonntag gastiert Spitzenreiter VfR Aalen im Waldstadion. Die Gäste haben 13 Punkte Vorsprung, Normannia aber die Moral der letzten Wochen. „Wir spielen vor heimischer Kulisse, wir haben nichts zu verlieren“, sagt Ellermann und schiebt ein Lob hinterher: „Pius Albrecht hat als 19-Jähriger großes Rückgrat bewiesen.“
Die Rechnung ist simpel: Gewinnt Normannia, rückt der Rückstand auf die Nichtabstiegsplätze auf drei Punkte zusammen. Verliert sie, bleibt der Atem stockend dünn. Die Saison ist keine Saison mehr, sondern ein Finale im Dauermodus. Ellermanns Rückkehr ist kein Märchen, sondern die letzte realistische Bremse vor dem Abstieg.
Die Uhr tickt. Die Kurve steht. Und der Kapitän ist zurück – mit einem Schienbein, das schneller heilte als erwartet, und einer Mannschaft, die endlich wieder an ihr Limit glaubt.
