Cole maier fliegt von nürnberg nach iserlohn – roosters basteln an neuer killer-line

Cole Maier packt die Koffer. Nach zwei Jahren beim Nürnberg Ice Tigers wechselt der Center in die Sauerländer Eishöhle – und Iserlohn macht damit klar, dass man 2027 nicht wieder zwölfter sein will.

Warum maier für die roosters ein transfer-coup ist

88 Scorerpunkte in 150 DEL-Spielen sprechen eine deutliche Sprache. Aber die Zahl, die Sportdirektor Franz-David Fritzmeier wirklich glühen lässt, ist eine andere: 1:54 Minuten Short-handed-Time pro Partie. „Cole kann in beiden Special Teams eingesetzt werden“, sagt Fritzmeier – ein Satz, der in Iserlohn fast wie ein Liebesvers klingt. Denn wer die vergangene Saison verfolgte, sah ein Team, das zu oft mit einem Mann wenig auf dem Eis stand.

Maier selbst hört das erste Mal von dem Deal, während er in North Dakota den Sommer-Trainingspuck schnürt. „Ich wollte eine neue Herausforderung, und Iserlohn hat mir sofort erzählt, welche Rolle sie sich vorstellen“, sagt der 30-Jährige. Die Rolle: zweite Reihe, erste Boxplay-Unit, 18 Minuten Eiszeit pro Night. Dazu kommt ein Zweijahresvertrag mit Option – Klauseln gibt es keine, Vertrauen schon.

Die neue roosters-philosophie: sturm statt stagnation

Die neue roosters-philosophie: sturm statt stagnation

Mit Maier folgt der dritte Neue innerhalb von sieben Tagen. Dennis Lobach (21, Ausnahmetalent aus der eigenen Jugend) und Emil Johansson (29, Schwedens Leistungsträger in der SHL) sind bereits gelandet. Drei Transfers, drei unterschiedliche Profile – zusammen sollen sie die Lücke füllen, die Iserlohn seit 2021 spürt: Playoff-Luft.

Die Zahlen sind gnadenlos: seit dem Halbfinaleinzug vor vier Jahren 18 Playoff-Spiele, 4 Siege. Die Fans haben die Schnauze voll, die Qvest-Arena verlor in der abgelaufenen Spielzeit 2.400 Zuschauer im Schnitt. Eine Entwicklung, die Geschäftsführer Jochen Molling nicht länger mitwirken will. „Wir haben zuletzt zu lange auf Kontinuität gesetzt. Nun setzen wir auf Impulse“, sagt er und deutet an, dass bis Juli noch mindestens zwei weitere Neuzugänge folgen.

Was nürnberg verliert – und warum der abschied fällt

In Nürnberg schaut man mit gemischten Gefühlen nach Westen. Maier galt als Identifikationsfigur, 32 Punkte in der abgelaufenen Saison, Drei-Tore-Game gegen München im Dezember – das alles wird fehlen. Doch intern heißt es, man habe „ein konkurrenzloses Angebot“ vorgelegt. Zahlen? 450.000 Euro Jahresgehalt plus Boni. Iserlohn soll bei 550.000 plus Leistungsprämien gelegen haben. Eine Differenz, die in der DEL zwischen Europa und Ausscheiden entscheiden kann.

Trainer Jeff Tomlinson wollte Maier halten, doch das Budget ist gesetzt. Nürnberg setzt stattdessen auf jüngere Kräfte: Verteidiger Maximilian Glötzl bekommt den frei gewordenen Etat. Ein Risiko, das in Franken aber kalkuliert ist. „Wir danken Cole für zwei starke Jahre, aber wir bauen um“, sagt Tomlinson knapp.

Die playoff-rechnung: warum 2027 endlich wieder april in iserlohn sein könnte

Die Roosters haben 14 Spieler unter Vertrag, 22 starten ins Training. Die Konkurrenzsituation ist laut Fritzmeier „Luxus nach zwei Jahren Notlösungen“. Denn neben Maier, Lobach und Johansson stehen mit Julian Lautenschlager und Mike Connolly zwei weitere Topscorer bereits fest. Die Defensive wird mit Mattias Norstebo (Norwegen) und dem deutschen Nationalspieler Fabio Wagner komplettiert. Ziel: mindestens Platz zehn, besser acht. Der Plan: drei Linien, alle unter 26 Minuten Belastung, dafür aber mit Tempo und Druck.

Die Fans reagieren euphorisch: innerhalb von 48 Stunden nach der Maier-Meldung wurden 1.300 neue Dauerkarten bestellt. Die Qvest-Arena soll 2027 wieder ausverkauft sein – zumindest im April. Denn dann will Iserlohn nicht mehr zuschauen, sondern selbst spielen. Und Cole Maier? Der schickt bereits Grüße an die alten Rivalen: „Ich freue mich auf die ersten Zweikämpfe gegen Nürnberg. Da wird die Motivation von selbst kommen.“