Chemnitzer fc verliert tor-duo und damit den faden
Der Traum vom Aufstieg schwankt. Nach einem Februar, in dem der Chemnitzer FC alles richtigmachte, schlug der März mit zwei Niederlagen und einem Schockdiagnose-Doppelpack zurück: Dejan Bozic und Maurizio Grimaldi fallen aus – 28 der 38 Tore der Himmelblauen stehen plötzlich auf Abruf.
Der sturz nach dem höhenflug
3:0 gegen Lok Leipzig, 60-Jahr-Feier, Tabellenführung geknackt – das war vor drei Wochen. Dann folgte das 1:2 in Chemie Leipzig, das 1:3 in Halle. Zwischen den Partien ging nicht nur der Spielfluss verloren, sondern auch der Glaube an Unverwundbarkeit. Ohne Bozic und Grimaldi wirkt das Angriffsspiel wie ein Offenbarungseid: kein Durchbruch, keine Kaltschnäuzigkeit, keine Punkte.
Sportdirektor Chris Löwe spricht offen über die Bruchstelle: „Wir haben 74 Prozent unserer Tore mit diesen beiden erzielt. Deren Ausfall ist kein Pünktchen auf dem i, sondern ein Komma im Satz ‚Aufstieg‘.“ Die Statistik bestätigt das Drama: In den 30 Minuten vor Bozic’ Verletzung lief die CFC-Offensive auf 1,8 erwartete Tore pro Spiel hinaus – danach auf 0,6.

Bozic spielt schmerz-roulette, grimaldi schont das knie
Bozic, 33-jähriger Goalgetter und Dauergast auf den Scorerlisten, saß in Halle nur deshalb auf der Bank, weil er für eine Notfall-Shift bereitstand. Sprunggelenk geschwollen, Sprint nur mit Adrenalin. „Er hätte auch seine Schiene ins Stadion mitgebracht, wenn wir gefragt hätten“, sagt Löwe halb schmunzelnd, halb besorgt. Eine Prognose wagt niemand: „Tag für Tag“ lautet die Devise, mehr ist Illusion.
Bei Grimaldi diagnostizierten die Ärzte eine Innenbanddehnung. Knie hin, Karriere nicht, aber Geduld ist Trumpf. Der 23-Jährige, im Oktober früh verlängert und als „Shootingstar“ geadelt, soll kein Risiko eingehen. Löwe: „Wir zählen keine Wochen, wir zählen Trainingseinheiten ohne Schmerz.“

Rückkehrer sollen ordnung bringen – reicht das?
Gute Nachricht gibt es an den Außenbahnen: Tom Baumgart und Niclas Walther sind wieder spielbereit nach Sperre. Die Defensive gewinnt Stabilität, doch Tore kann man damit nur verhindern, nicht erzielen. Gegen Rot-Weiß Erfurt am Sonntag muss Coach David Berg ein Neues schreiben: ein System ohne seine beiden Killer, aber mit der Pflicht, den Abstand nach oben nicht weiter wachsen zu lassen.
Die Tabelle lügt nicht: Wer in der Regionalliga Nordost zwei Mal kassiert, rutschnah am Kreuz der Verfolger vorbei. Die CFC-Fans sangen in Leipzig noch „Wir kommen wieder“, in Halle wurde es leise. Die Frage ist nicht, ob Bozic und Grimaldi irgendwann zurückkehren, sondern ob der Aufstiegszug bis dahon noch zu erreichen ist.
Die Antwort liegt in den Füßen der Ersatzleute – und in der Sprunggelenk-Fibel eines Mannes, der schon 13 Mal traf und plötzlich zum Joker degradiert wurde.
