Basel-absturz wird zum nl-joker: bircher und nater rüsten playoff-kracher auf

Die Swiss League schickt ihre letzten Helden in die National League – und zwei Clubs ziehen den Joker. Alain Bircher wechselt sofort zu Fribourg-Gottéron, Jens Nater schnappt sich der EV Zug. Beide haben nur eine Mission: Die entscheidenden Spiele zu drehen. Am 12. und 14. März trifft Nater mit den Zentralschweizern in den Play-ins auf die SCRJ Lakers, Bircher könnte ab 20. März im Viertelfinale gegen genau diesen EVZ ran – dann mit Blick auf die eigene Zukunft.

Warum basel plötzlich die liga dominiert

Der EHC Basel schied am Sonntag im Halbfinale der Swiss League aus, doch statt Trauer gibt es ein Déjà-vu: Schon am Montag wechselten Cedric Aeschbach (EHC Biel) und Elvis Schläpfer (HC Ajoie) auf die grosse Bühne. Nun folgen Bircher und Nater – vier Basler in 48 Stunden, das gab es so noch nie. Der Grund ist die B-Lizenz, die Clubs erlaubt, bis zu zwei Spieler aus der zweithöchsten Spielklasse zu verpflichten, sofern deren Saison dort beendet ist. Für Basel ist das ein Trostpflaster, für die NL ein Schlag ins Gesicht: Die Liga, die sich selbst als „geschlossene Champions League des Eishockeys“ sieht, muss nun mit Notlösungen arbeiten.

Der EV Zug reagiert auf die Verletztenmisere in der Defensive. Livio Truog kam bereits am Montag, Nater ist die logische Konsequenz: ein physischer, linker Schlittschuh, der in der Aufstellung sofort Platz macht. Trainer Dan Tangnes will gegen die Lakers keine Experimente, sondern Punkte. Die Lakers ihrerseits haben mit Harri Säteri einen NHL-erfahrenen Goalie und die jüngste Playoff-Sensation der Liga – ein K.o. wäre für Zug nicht nur peinlich, sondern auch teuer: Das Preisgeld für das Viertelfinale startet bei 350.000 Franken.

Bircher betritt das fribourger machtzentrum

Bircher betritt das fribourger machtzentrum

In Fribourg ist die Lage klar: Die Gottéroner sind als Tabellendritter fix in den Playoffs, doch die Frage nach der zweiten Verteidigungsreihe blieb offen. Bircher, 30 Jahre, 1,88 m, 94 kg, bringt genau das, was Trainer Patrick Emond vermisst: einen Rechtsschützen mit Slapshot und Strafraum-Präsenz. Die Fans erinnern sich: Im letzten Training vor Weihnachten schoss Bircher beim Testspiel gegen den U20-Nationaltorhüter drei Scheiben in Folge ins Kreuzeck – danach hiess es intern: „Wenn der mal verfügbar ist, nehmen wir ihn.“ Nun ist er da, und die Chemie mit Julien Privet als Partner könnte zur Geheimwaffe werden.

Die Ironie: Sollte Zug die Play-ins gewinnen, trifft Fribourg im Viertelfinale auf genau diesen Gegner. Dann stehen sich Bircher und Nater gegenüber – ein Basler Duell auf höchster Stufe. Die Liga schweigt zu den Hintertürchen, doch die Zahlen sprechen: Seit 2019 haben 17 B-Lizenz-Spieler die Playoffs erreicht, nur zwei davon gingen leer aus. Die Wahrscheinlichkeit, dass Bircher oder Nater mitschreibt, steht bei 88 Prozent. Das ist kein Zufall, sondern Strategie.

Die Uhr tickt. In 72 Stunden beginnt die heisse Phase. Nater trainiert bereits heute mit der Zuger Reihe um Greg Hofmann, Bircher fliegt morgen nach Fribourg ein. Beide wissen: Wer jetzt trifft, sichert sich nicht nur das Viertelfinale, sondern auch einen Vertrag für die nächste Saison. Die Basel-Connection wird zur Kampfansage – und die Liga schaut zu, wie ihre eigenen Regeln sie überholen.