Wild wings zünden nächste stufe: köln soll erzittern
Schwenningen – Kaum jemand hatte sie auf dem Zettel, jetzt wollen sie den nächsten Goliath stolpern lassen. Die Schwenninger Wild Wings treffen am Mittwoch (25. März, 19.30 Uhr) im Viertelfinale auf die Kölner Haie – und sie kommen nicht als Schäfchen, sondern als hungriger Rudelwolf.
Steve Walker lehnt sich zurück, ein halbes Lächeln im Gesicht. „Wir sind der Underdog, klar. Aber genau das macht den Reiz aus.“ Der Trainer der Wild Wings spricht nicht wie jemand, der sich fürchtet. Er spricht wie jemand, der schon wieder die Plane für den nächsten Coup schmiedet.
Der lauf begann mit herzschlagfinale
Die Serie gegen Wolfsburg war kein Spaziergang – sie war ein Krimi mit offenem Ende. Alexander Karachun riss den Puck in der Verlängerung an der Bande, zog, traf, explodierte. 3:2. Schwenningen hatte das Ticket für die Runde der letzten Acht. „Ein Moment, der den Verein verändert“, sagte Walker. „Plötzlich glauben alle – nicht nur wir, die Spieler – dass mehr drin ist.“
Jetzt steht mit Köln der haushohe Favorit bereit: Hauptrundensieger, 16 Siege in Serie, Powerplay wie ein Schnelllader, Janne Juvonen im Tor der Haie ein felsiges Bollwerk. Und trotzdem: Die Wild Wings haben nicht vor, sich als Statist zu verabschieden.

Geheimplan lautet: null mitgift
Walker zieht die Analyse auf den Punkt: „Wir dürfen keine Strafen kassieren. Köln bestraft jede Überzahl gnadenlos.“ Das war schon gegen Wolfsburg der Schlüssel – nur zwei Unterzahlsituationen, beide überstanden. Joacim Eriksson nickt: „Wenn wir zu Hause starten, ist das ein Vorteil. Die Halle brennt, und wir spielen mit dem Puck statt mit der Angst.“
Die Zahlen? Die sprechen gegen Schwenningen. Die Gefühle? Die sprechen für sie. Eriksson führt die Liga in Fangquote, die Verteidigung um Jeffery de Wit wirkt seit Wochen wie gelötet, und vorne schlägt Tyler Coulter jedes Mal zu, wenn es brenzlig wird.

Die playoffs lieben das zweite gesicht
In der Hauptrunde zählte die Tabelle. Jetzt zählt der Augenblick. „Köln ist physisch stark, konditionell top, aber sie haben Druck“, sagt Walker. „Wir haben nichts zu verlieren.“ Genau das macht seine Truppe gefährlich. Wer erwartet wird zu gewinnen, trägt die Last. Wer nichts erwartet, trägt nur den Stock.
Die Serie beginnt im Helios-Flughafen-Arena-Feuerwerk. 4.000 Fans, eine Meute im Schwarz-Grün, werden an die Plexiglaswände klopfen, bis sie wackeln. Die ersten 20 Minuten könnten den Ton vorgeben – oder Köln in den Selbstmodus versetzen.
Walker schließt mit einem Satz, der wie ein Motto klingt: „Wenn du die Haie angeln willst, musst du ins kalte Wasser springen.“ Die Wild Wings haben ihren Anzug schon an. Jetzt liegt’s am Eis, wer erfriert – und wer jubelt.
