Wild wings am abgrund: kölner haie vergeben keine chance
Die Schwenninger Wild Wings schlafwandeln dem Playoff-Aus entgegen. Nach dem 2:4 im dritten Duell liegt die Serie gegen die Kölner Haie bei 0:3 – und am Dienstag droht in der Lanxess-Arena das Ende der Saison.
Die Zahlen sind gnadenlos: Drei Spiele, drei Niederlagen, nur zwei Tore aus dem Laufspiel. Der Blitzstart von Kyle Platzer nach 43 Sekunden war ein Strohfeuer, das die Schwarzwälder nur kurz wärmte. Dominik Bokk kratzte die Begeisterung mit dem Ausgleich in der fünften Minute vom Eis, danach folgte eine halbe Stunde Schach auf Klingen.
Die Haie spielten gefährlich wie ein Schnellstich. Im Schlussdrittel schlugen sie zweimal binnen 67 Sekunden zu: Brady Austin nagelte den Rebound zur Führung, Tanner Kero schob nach einem Konter zum 3:1 ein. Tyson Spinks Penalty brachte Spannung zurück, doch Maximilian Kammerers Empty-Net-Goal 13 Sekunden vor Ende war der Schlusspunkt auf Schwenninger Hoffnung.

Strukturbruch in der defensive
Trainer Geoff Ward hatte die Formation umgestellt, doch die Lücken blieben. Die Haie lauerten auf jeden Turnover, jede ungeklärte Scheibe. Jan-Niklas Beste verlor zweimal in der neutralen Zone den Puck, beide Male resultierten gefährliche Konter. Die Wild Wings gewannen nur 43 % der Bullys – ein Wert, der gegen Köls aggressive Vorderleute nicht reicht.
Die Powerplay-Quote fiel auf 1/12 in der Serie. Die Lösung muss in der Kölner Keule liegen: Am Dienstag droht im fremden Eis ein erneutes Do-or-Die. Die Haie haben die Möglichkeit, den Sweep perfekt zu machen; die Wild Wings müssen gewinnen, um nicht als erster Playoff-Absteiger der Geschichte in die Sommerpause zu gehen.
Die Uhr tickt. Die Koffer sind halb gepackt. Und die Wild Wings wissen: Ein einziger Sieg rettet nicht die Serie – er verhindert nur das sofortige Aus. Die nächste Niederlage wäre endgültig. Dann bleibt nur die bittere Erkenntnis: Selbst ein Blitzstart zündet nicht, wenn das Fundament bröckelt.
