Hamburg towers schmeißen bayern aus der kurve – 12.570 fans toben gegen den tabellenführer

Kenneth Ogbe trifft, die Barclays Arena bebt, und der Meister fliegt raus. Mit 96:81 jagt der Tabellen-16. FC Bayern München in die nächste Euroleague-Woche und sorgt selbst für Standing Ovations in der größten Halle der Stadt.

Die nacht, in der hamburg wieder auf die karte kam

Die Rechnung war simpel: Wer gegen den Abstieg kämpft, braucht 12 Siege. Nach diesem Abend fehlen nur noch zwei. Die Towers um Trainer Barloschky nahmen die Doppelbelastung der Münchner wörtlich, pressten jeden Ball, vertändelten keine Sekunde und schafften das, wovon selbst Optimisten vor der Saison nur geträumt hatten: eine Heim-Party mit Promi-Power und Rekordkulisse.

LJ Thorpe erzielte 24 Punkte, Kenneth Ogbe warf fünf Dreier und stellte damit seinen persönlichen Bestwert ein. „Wir wollten genau die Mannschaft sein, gegen die Bayern an diesem Tag nicht spielen wollen“, sagte Barloschky nach dem Schlusspfiff. Aggressiv, laut, unbequem. Das klappte, weil die Münchner nach zwei Euroleague-Spielen in fünf Tagen die Luft ausging. Ihre Dreier fielen spät, ihre Fehler früh.

Arena-rekord und vertrags-coup in einem paket

Arena-rekord und vertrags-coup in einem paket

Vor Spielbeginn flackerte über dem Center-Court ein Video auf: Osaro Rich bleibt bis 2028. Der Hamburger Verteidigungsminister hatte Angebote aus der Liga, unterschrieb aber beim Kellerkind. Die Nachricht schickte die Stimmung schon vor dem Sprungball auf 120 Dezibel, und die Zuschauerzahl kletterte auf 12.570 – nie zuvor sahen so viele Fans eine Basketball-Partie in Hamburg.

Unter ihnen: Johannes Strate (Revolverheld), Moritz Fürste, Jogi Bitter, Lovelyn Enebech. Sie alle sahen, wie Andreas Obst zwar seinen 700. Dreier verwandelte, die Partie aber trotzdem verlor. Nur drei Spieler haben in der BBL-Historie mehr Treffer aus der Distanz auf dem Konto: Paulding, Jenkins, Roller. Ein Trost, der in dieser Nacht niemanden in München interessierte.

Die Towers feiern, Bayern reist mit der vierten Saisonniederlage heim. Für die Münchner ändert sich nichts – sie bleiben Erster. Für Hamburg ändert sich alles – die Kasse klingelt, die Uhr tickt, und die Mission Klassenerhalt ist kein Wunschdenken mehr. „Rein rechnerisch brauchen wir noch zwei Siege“, sagt Sportchef Marvin Willoughby. Nach diesem Abend glaubt ihm das sogar der Tabellenrechner.