Weißwasser zittert sich zum lucky punch: füchse würgen kassel in der verlängerung
Kyle Havlena schlägt 75 Minuten nach dem Bully zu, und die Lausitzer Füchse atmen tief durch. Nach zwei Pleiten in Serie hätten die Sachsen im dritten Play-off-Auftrakt eigentlich schon wieder verloren – doch diesmal hält das Eis, das Glück und schließlich deren eigenes Selbstvertrauen.
Das erste drittel war ein sechser im lotto
Tom Knobloch trifft, trifft nochmal – und das binnen 13 Sekunden. John Broda macht den Deckel drauf, 3:0 nach 19 Minuten. Die Huskies wirken wie ein Team, das vergessen hat, wie man Schlittschuhe schnürt. In der Kabine von Trainer Rico Rossi brodelt es, in der Halle brodelt es noch lauter.
Doch was folgt, ist ein Lehrstück darüber, warum Play-offs keine Drei-Akte-Opern sind. Kassel kommt zurück, weil Dominic Turgeon und Simon Schütz die Mittelzone plötzlich wie eine Autobahn finden. Bode Wilde schraubt den Ausgleich rein – 48 Minuten gespielt, 3:3, und die Füchse wanken.

Overtime mit fausthieb und happy end
Die Verlängerung wird zur Box-Session auf Kufen. Stockschwinger, Ellbogen, fliegende Handschuhe – Schiedsrichter Niklas Strobel hätte eigentlich zwei Mal kurz vorlegen müssen. Dann der Konter: Havlena schnappt sich die Scheibe am blauen Strich, zieht innen vorbei und lässt Keeper Maximilian Franzreb keine Chance. 4:3 – die Serie steht 1:2, und Weißwasser darf wieder von mehr als nur moralischen Siegen träumen.
Am Dienstag geht’s in der Lausitz weiter. Die Huskies reisen mit dem Wissen an, dass sie eine Mannschaft einmal beinahe zerlegt haben, die sich aber wieder aufrappelte wie ein altes Bierdosen-Video. Für die Füchse zählt nur eins: Wer in Spiel vier gewinnt, der schiebt den Druck zurück nach Hessen. Die Serie lebt – und mit ihr der Glaube an ein Wunder.
