Lask kassiert wien-klatsche und droht aus dem meisterrennen zu fliegen
4:2 in Hütteldorf – die Niederlage schmerzt doppelt. Der LASK verliert nicht nur drei Punkte, sondern auch die Aura der Unbesiegbarkeit, mit der er seit Wochen durch die Meistergruppe stampfte.

Kühbauers mannschaft findet sich selbst – zu spät
Samu Adenirans Traumstart nach 57 Sekunden täuschte über 45 Minuten schwache Organisation hinweg. Rapid schlägt zweimal aus dem ersten Eckball, dreimal insgesamt vor der Pause. Die Linzer Defensive wirkt wie vorprogrammiert, der Mittelfeldverbund ist nicht vorhanden. 24 Punkte, sagt Trainer Didi Kühbauer nach Abpfiff, „noch 24 Punkte“. Die Zahl klingt wie ein Mantra, doch sie verrät auch: Er rechnet lautstark, weil er still fürchtet.
Die Wende gelingt nur halb. Robert Žulj verkürzt, das Spiel kippt, dann schlägt Rapid den nächsten Konter. 2:4 – die Grenze zwischen Angriffslust und Leichtsinn ist überschritten. Kühbauer redet vom nötigen „Gesicht fürs Play-off“, doch das Gesicht seiner Mannschaft wirkt gerade verzerrt vor Erschöpfung.
Der Rückstand auf Sturm beträgt vier Zähler, doch die eigentliche Kluft ist größer. Während die Grazern in der Länderspielpause durchatmen, muss der LASK neue Energie tanken, die er nicht findet. Die Austria kommt am 5. April nach Oberösterreich – ein Gegner, der dieses Mal nicht nur drei Punkte, sondern die Saison beenden kann.
Der Traum vom ersten Titel seit 1965 verflüchtigt sich mit jedem Gegentor. Die Fans singen noch, doch ihre Stimmen brechen. Es ist nicht mehr die Frage, ob der LASK Meister wird, sondern ob er noch Meister bleibt – in eigener Wahrnehmung.
