Matanović schlägt doppelt zurück – st. pauli bleibt im sumpf

Igor Matanović schrieb sein altes Klubheft fort – mit roter Tinte. Der 21-Jährige schoss den FC St. Pauli am Millerntor mit zwei Tiefstschlägen in die nächste Abstiegskrise. 1:2 hieß es am Ende, Platz 16, zwei Punkte bis zum rettenden Ufer. Der Traum vom Klassenerhalt wird zur Geduldsprobe.

Die erste Hälfte gehörte noch den Kiezkickern. Danel Sinani nutzte das durcheinander gewürfelte Freiburger Zentrum, stocherte die Hereingabe von Ando über die Linie – 1:0, fünfter Treffer im fünften Spiel, keine andere Pauli-Füßling kann das toppen. Die Nordkurve glaubte, der Knoten platze.

Die wende dauert nur sieben minuten

Doch die Pause riss den Faden. Christian Streich stellte um, ließ Grifo tiefer wandern und das Tempo erhöhen. Die Folge: ein abgefälschter Schuss, ein Abpraller, ein ehemaliger Liebling. Matanović staubte ab, verzichtete auf Jubel, nicht auf Effektivität. Später sagte er, er habe „nur seine Arbeit“ gemacht. Für St. Pauli fühlte es sich nach Verrat an.

Kurz darauf die nächste Ohrfeige. Cyriaque Irié schoss, Nikola Vasilj ließ prallen, Matanović lauerte erneut. „Ich wollte den Ball fangen, das war mein Fehler“, gestand der Torhüter. Die Zahlen sind gnadenlos: erst zwei Gegentore in den letzten fünf Partien, nun schon wieder zwei an einem Nachmittag.

Freiburg feiert, hamburg zählt wunden

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Während die Breisgauer weiter durch die Europa-League-Saison düsen und Grifo sein 300. Bundesligaspiel feiert, bleibt den Braun-Weißen nur die Einsicht: Selbst ein Heimspiel gegen einen Europapokal-Gast reicht nicht, um den Befreiungsschlag zu landen. Die Lücke zu Köln beträgt zwei Punkte, der Spielplan wird ungemütlicher. Nächste Woche geht’s nach Wolfsburg, dann kommt Leipzig. Trainer Fabian Hürzeler sprach von „kleinen Schritten“, doch die Tabelle erlaubt kein Halb tempo mehr.

Am Millerntor verhallte am Abend nur noch ein Satz: „Wir müssen jetzt zusammenraufen, sonst wird das hier eine sehr lange Saison.“ Gesprochen von Igor Matanović – inzwischen in Schwarz-Rot, mit dem Freiburger Wappen auf der Brust und zwei Treffern im Gepäck, die seinem alten Verein wehtun werden.