Weiche flensburg patzt gegen st. pauli ii und rutscht tiefer in die krise
Das Manfred-Werner-Stadion war voll, die Stimmung gut – das Ergebnis ein Schlag ins Gesicht. 1.300 Zuschauer sahen, wie Weiche Flensburg gegen das Schlusslicht St. Pauli II das 1:1 verspielte und damit das dritte Spiel in Folge ohne Sieg blieb. Die Truppe von Tim Wulff wirkt ideenlos, der Abstand zur roten Zone schmilzt.
Ein punkt, der niemandem hilft
Flensburg begann engagiert, scheiterte aber an der eigenen Unschärfe im letzten Pass. St. Pauli II stand tief, sicher und lauerte. Der Treffer fiel ausgerechnet per Elfmeter – wieder einmal. Adem Podrimaj verwandelte sicher, Weiche kassierte bereits das dritte Gegentor in Serie per Strafstoß. Ibrahim Bashiru Ali köpfte kurz vor der Pause zum Ausgleich, doch die Hoffnung zerfiel in der zweiten Hälfte zu Staub.
René Guder traf die Latte, Raul Celotto ebenfalls. Doppelt Aluminium, null Durchschlag. „Wir hätten euch gerne drei Punkte geschenkt“, sagte Wulff nach dem Abpfiff in Richtung Nordkurve. Die Worte klangen wie ein Trostpflaster auf offener Wunde.

Die tabelle lügt nicht
Mit 25 Punkten aus 20 Partien liegt Weiche nur noch drei Zähler über dem Strich. Die Gegner dahinter – Eintracht Norderstedt, St. Pauli II, Hildesheim – haben Nachholspiele. Das Heimspiel gegen das Schlusslicht war als Befreiungsschlag angekündigt, endete als weitere Demonstration der Unfähigkeit, Chancen zu nutzen.
Karsten Neitzel, Trainer des Gegners, sprach von „Stabilisierung“. Für Flensburg klingt das wie Hohn. Die Serie der sieglosen Spiele zieht sich seit dem 3:2 in Lübeck – vor fünf Wochen. Seitdem: zwei Remis, eine Niederlage, zwei Tore, vier Gegentore.

Der glaube schwindet
Die Fans sangen noch bis zur 85. Minute, dann verstummte das Stadion. Die Köpfe der Spieler sanken, die Schultern zuckten. Ulrich Schröder, Manager des Klubs, stand mit verschränkten Armen an der Seitenlinie. Kein Wort, nur ein Blick, der alles sagt: So geht das nicht weiter.
Am Sonntag geht’s nach Drochtersen, dann empfängt Weiche den HSV II. Beides keine leichten Aufgaben. Wulff muss Uchechi Duru und Dominic Hartmann weiter vermissen, die Rückkehr der Leistungsträger ist ungewiss. Die Luft wird dünner, die Uhr tickt lauter. Wer nicht gewinnt, wird bald zählen, was noch zu verlieren ist.